Der EuroStoxx 50 steckt Ende Mai in einer Konsolidierungsphase, doch der Weg zurück zum Rekordhoch von 6.199 Punkten ist weiter offen. Erst wenn diese Phase abgeschlossen ist, kann der Index den nächsten Versuch nach oben starten.
Für Anleger ist das kein Nebenaspekt, sondern die aktuelle Börse im Kern: Die Marke von 6.199 Punkten markiert das Hoch von Ende Februar, und ein Sprung darüber könnte laut charttechnischer Einschätzung weitere Ziele bei 6.487 Punkten freilegen. Der Index hatte zuvor einen kurzfristigen Abwärtstrend überwunden, was das Bild zuletzt gestützt hat.
Genau deshalb bleibt der EuroStoxx 50 ein Markt, der aufmerksam beobachtet werden soll. Die Konstellation ist klar, aber nicht bequem: Ein erneuter Anstieg bis zum Rekordhoch ist möglich, obwohl der Index sich gleichzeitig in einer Konsolidierungsphase befindet. Das heißt, der Aufwärtstrend ist nicht gebrochen, aber er muss sich erst wieder durchsetzen.
Die entscheidende Untergrenze liegt bei 5.925 Punkten, dem 50-Tage-Durchschnitt. Fällt der EuroStoxx 50 darunter, würde sich das Chartbild deutlich eintrüben. Dann wären weitere Verluste in Richtung 5.835 Punkte und darunter bis 5.750 Punkte möglich. Für Marktteilnehmer ist das der Bereich, an dem aus einer Pause schnell ein Rückschlag werden kann.
Die Einschätzung ist charttechnisch, doch sie hängt nicht im luftleeren Raum. Besonders die Nachrichtenlage im Nahen Osten kann die Stimmung an den Märkten maßgeblich beeinflussen und damit auch die nächste Richtungsentscheidung beim EuroStoxx 50 mitprägen. Ob der Index die Konsolidierung bald abschließt, über 6.199 Punkte steigt oder an 5.925 Punkten scheitert, dürfte in den kommenden Sitzungen die spannendere Frage an der Börse sein als jede Rückschau auf das alte Hoch von Ende Februar.

