Frankreich empfängt die Elfenbeinküste am 5. Juni um 02:00 Uhr im Stade de la Beaujoire zu einem Freundschaftsspiel, das beiden Teams als letzter klar datierbarer Test vor der Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika dient. Für Didier Deschamps ist es auch eine weitere Station auf dem Weg zu seinem Abschied als Nationaltrainer bei der Endrunde im kommenden Jahr.
Für die Gastgeber geht es dabei um mehr als einen Formtest. Frankreich will als erst dritte Mannschaft der Geschichte zum dritten Mal in Folge ein WM-Finale erreichen, und der Kader ist breit genug, um mehrere Varianten zu prüfen: N'Golo Kanté, Tchouameni, die Hernández-Brüder, Konaté, Jules Koundé und Upamecano stehen für Stabilität, während Ousmane Dembélé, Kylian Mbappé, Michael Olise und Bradley Barcola im Angriff neue Lösungen eröffnen. Mbappé fehlt zudem nur noch ein Treffer, um Olivier Girouds Rekord von 57 Toren für Frankreich einzustellen.
Die Verletzungslage zwingt Deschamps aber schon vor dem Anpfiff zu Anpassungen. William Saliba zog sich im Champions-League-Finale eine Rückenverletzung zu und verpasst die Partie sicher, Ibrahima Konaté dürfte ihn ersetzen. Auch Clément Akpa fällt aus, Christopher Operi rückt dafür nach. Die voraussichtliche französische Elf mit Maignan, Kounde, Konate, Upamecano, Digne, Kanté, Tchouameni, Olise, Cherki, Mbappe und Thuram zeigt, wie sehr dieses Spiel auch der Suche nach belastbaren Alternativen dient.
Auf den ersten Blick spricht vieles für Frankreich, doch die Elfenbeinküste reist nicht als zufälliger Sparringspartner an. Emerse Faes Team kam nach den verpassten letzten beiden Weltmeisterschaften zurück und blieb in der Qualifikation ungeschlagen, erzielte 25 Tore und kassierte kein Gegentor. Gerade deshalb wirkt die Außenseiterrolle, die das Spiel ihr trotzdem zuschreibt, wie ein Härtetest für die französische Bewertung statt für die ivorische Stärke. Die prognostizierte Aufstellung mit Y. Fofana, Doue, Kossounou, Diomande, Konan, Sangare, Kessie, S. Fofana, Pepe, Wahi und Diomande deutet auf ein robustes, flexibel einsetzbares Team hin.
Genau darin liegt der Wert dieser Nacht in Nantes: Frankreich kann einen breiten Kader unter Wettkampfbedingungen überprüfen, ohne die WM 2026 aus dem Blick zu verlieren, und zugleich abwarten, ob wichtige PSG-Profis geschont werden. Das Spiel selbst wird viel über die Rangfolge der Optionen verraten; das Ergebnis von 3:1 zugunsten Frankreichs würde vor allem bestätigen, dass die Gastgeber mit mehr Tiefe, aber nicht ohne offene Stellen in den Sommer gehen.

