Carney Chukwuemeka und Paul Wanner sind in der österreichischen Fußballnationalmannschaft schnell zusammengewachsen. Vor dem Test gegen Tunesien am Donnerstag in Wien beschrieben die beiden Neulinge, wie eng ihr Verhältnis schon nach ihren ersten gemeinsamen Einsätzen seit März geworden ist.
Gerade jetzt wird über die österreichische Fußballnationalmannschaft gesprochen, weil am Donnerstag um 20.45 Uhr in Wien der nächste Prüfstein wartet. Das Spiel gegen Tunesien ist für Wanner eine „super Gelegenheit“, wie er sagte, damit Team und Fans noch tiefer in den WM-Modus kommen. Zugleich stellte der 20-Jährige klar: Österreich fährt nicht zur WM, um nur dabei zu sein.
Chukwuemeka machte deutlich, wie privat diese Verbindung inzwischen geworden ist. „Paul ist mein Bruder“, sagte der 22-Jährige. Seit beide für Österreich spielen, schreiben sie sich fast jeden Tag Nachrichten. Wanner hilft ihm beim Deutschlernen, auch wenn dabei, wie Chukwuemeka mit einem Grinsen anmerkte, nicht nur saubere Wörter fallen. Für einen Spieler, der bei Dortmund zuletzt deutlich weniger Minuten bekam, ist seine Rolle im Nationalteam auffällig präsent.
Auch Wanners erster größerer Auftritt im Team passte zu diesem schnellen Ankommen. Er wählte für seinen Initiationssong Justin Biebers „Love Yourself“ und sagte, er sei mit seinem Auftritt zufrieden gewesen, es habe fast Standing Ovations gegeben. Der 20-Jährige kam mit Rückenwind von PSV Eindhoven, wo er Meister wurde, und er sprach offen davon, dass ein mögliches WM-Duell mit Deutschland für ihn und seine Familie etwas ganz Besonderes wäre. Chukwuemeka wiederum nannte eine WM-Teilnahme einen Kindheitstraum und sagte, er wolle jede Chance nutzen, die sich biete.
Genau darin liegt der Reiz dieser Geschichte: Österreich hat zwei junge Spieler, die sich schon jetzt als Verbündete verstehen, aber deren Platz im endgültigen WM-Bild noch offen ist. Dass Chukwuemeka in Dortmund wenig spielte und in Österreich sofort mehr Gewicht bekommt, erzählt ebenso viel über die Mannschaft wie über ihn selbst. Erst am Donnerstag zeigt sich in Wien, ob aus der schnellen Nähe auf Dauer auch sportliche Bedeutung wird.

