Die Türkei trifft am Montag, 01.06.2026, im Şükrü Saracoğlu Stadium auf Nordmazedonien. Es ist ein Freundschaftsspiel, aber für Vincenzo Montella hat es den Charakter eines letzten echten Prüfsteins, bevor seine Mannschaft wenige Wochen später bei der WM 2026 antritt.
Genau deshalb suchen viele den Blick auf diese Partie: Sie fällt in eine Phase, in der die türkische Auswahl nicht einfach nur spielen, sondern Vertrauen tanken will. Die Türkei kommt mit sieben Siegen aus den vergangenen zehn Partien in dieses Duell und gilt auch am Markt klar als Favorit. Ein türkischer Erfolg wird mit 1,25 quotiert, während ein Sieg Nordmazedoniens bei 17,0 steht.
Der Klassenunterschied auf dem Papier ist deutlich. Die Türkei wird mit einem geschätzten Kaderwert von rund 530 Millionen Euro geführt, weit über Bosnien mit etwa 150 Millionen Euro. Doch ausgerechnet Nordmazedonien hat in dieser Vergleichslogik schon für Störungen gesorgt: Die Mannschaft von Blagoja Milevski holte gegen Belgien ein 1:1 und ein 0:0, verlor aber auch 1:7 gegen Wales und 0:4 gegen Dänemark. Zwei Siege aus den vergangenen zehn Spielen zeigen, warum die Bilanz so schwer zu lesen ist.
Für die Türken liegt darin der eigentliche Test. Sie spielen nicht nur gegen einen Gegner, der deutlich unter ihnen bewertet wird, sondern auch gegen eine Mannschaft, die in der Vergangenheit häufig unbequem war: In acht direkten Duellen hat die Türkei nur einmal gewonnen. Das erklärt, warum Montella dieses Freundschaftsspiel nicht als bloße Pflichtübung ansehen kann, obwohl Nordmazedonien die WM 2026 von zu Hause verfolgen wird.
Gerade dieser Kontrast macht den Abend in Istanbul interessant. Die Türkei braucht ein Ergebnis und ein sicheres Gefühl, Nordmazedonien braucht ein Spiel ohne WM-Druck, um sich gegen einen Favoriten zu messen. Was danach zählt, ist klar: Für Montella beginnt mit diesem Test die unmittelbare Vorbereitung auf das Turnier, das wenige Wochen später der nächste feste Termin der Türken wird.

