Im Tatort-Film „Diesmal ist es anders“ wird Peer Schwarz unter einer Brücke absichtlich von einem Auto überfahren und getötet. Der 2024 erschienene Fall setzt damit nicht mit einer Spurensuche, sondern mit einem klaren Mordbild ein.
Wer heute nach „tatort diesmal ist es anders“ sucht, will vor allem wissen, warum dieser Tote mehr ist als ein weiteres Opfer der Reihe. Schwarz war arbeitslos, und als Ballauf und Schenk seine Wohnung durchsuchten, fanden sie große Mengen Bargeld und Unterlagen, die auf systematische Erpressung bekannter Persönlichkeiten hindeuten.
Der Fall gewinnt gerade dadurch Gewicht, dass er sich nicht auf die Frage nach dem Täter an der Brücke beschränkt. Schwarz soll offenbar im Social-Media-Verlauf dieser Namen nach belastendem Material gesucht haben. Aus dem Opfer wird so ein Mann, der selbst tief in einem Geschäft mit Druck und Drohkulisse steckte.
Genau darin liegt der Bruch, den der Film nicht auflöst: Schwarz sieht nach einem Erpresser aus, aber er wurde auch getötet, vielleicht von einem der Menschen, die er unter Druck gesetzt hatte. Wer ihn unter der Brücke absichtlich überfuhr, bleibt offen. Auch ob der Täter zu den möglichen Opfern der Erpressung gehörte, beantwortet der Film an dieser Stelle nicht.
Für Ballauf und Schenk führt die Spur deshalb weiter, nicht weg von der Tat. Ein wichtiger Hinweis bringt sie zu Mariella Rosanelli, einer früheren beliebten Schlager-Sängerin, deren Name in diesem Geflecht auftaucht. Der Mord an Schwarz ist damit nur der Anfang eines Falls, in dem Geld, alte Verletzungen und digitale Belastungen eng zusammenlaufen.
„Tatort: Diesmal ist es anders“ läuft mit Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär, Regie führte Torsten C. Fischer, das Drehbuch schrieb Wolfgang Stauch. Die Kamera stammt von Holly Fink, die Musik von Raffael Seyfried. Der Film stellt am Ende nicht die Gewissheit aus, wer zugeschlagen hat, sondern die härtere Frage: Wer hatte genug Grund, einen Erpresser unter einer Brücke zu töten?

