Felix Gall hat auf der 20. Etappe des Giro d’Italia in Piancavallo Platz zwei geholt und damit seine Position im Gesamtklassement verteidigt. Einen Tag vor dem Ende der Rundfahrt steht der Österreicher damit vor einem Ergebnis, das für seinen Verband seit 69 Jahren unerreicht geblieben wäre: ein Podestplatz bei einer Grand Tour.
Darum wird nach giro d'italia 2026 heute jetzt so oft gesucht. Die Entscheidung fiel auf einer 200 Kilometer langen Bergetappe von Gemona del Friuli nach Piancavallo mit 3.750 Höhenmetern, zweimal ging es die 14,5 Kilometer lange Auffahrt nach Piancavallo hinauf. Gall kam auf dem schweren Schlussanstieg als Zweiter ins Ziel, hinter Jonas Vingegaard, der damit seinen fünften Etappensieg bei diesem Giro feierte. Jai Hindley wurde Dritter und blieb auch im Gesamtklassement auf Rang drei.
Gall selbst machte nach dem Ziel keinen Hehl daraus, wie hart dieser Tag gewesen war. Die Ermüdung sei sehr groß gewesen, sagte er sinngemäß, er sei heute geladen und angespannt gewesen, und mit den Menschenmassen an der Strecke sei es immer auch etwas gefährlich. Trotzdem wirkte der Österreicher erleichtert, weil er das Finale in Piancavallo sauber abschließen konnte. Besonders viel bedeutete ihm dabei, dass seine Familie und viele bekannte Gesichter an der Strecke standen und er seinen Namen oft vom Straßenrand hörte.
Genau dort liegt auch die Spannung dieses Ergebnisses. Gall liegt zwar weiter auf Rang zwei, doch vor der letzten Etappe trennte ihn noch immer ein Rückstand von 5:22 Minuten auf Vingegaard. Der Däne kontrollierte den Giro mit der Autorität eines Fahrers, der in diesem Rennen schon vier Grand Tours gewonnen hatte, bevor er nach Italien kam. Auf der Bergankunft hatte sich zwischenzeitlich eine Ausreißergruppe auf mehr als viereinhalb Minuten abgesetzt, und Giulio Ciccone holte an der ersten der beiden Ankünfte in Piancavallo den Bergpunkt. Am Ende aber setzten sich die Favoriten durch, und Gall blieb der Mann, der am längsten mit Vingegaard mithalten konnte.
Wenn er den letzten Tag übersteht, wird Österreich zum ersten Mal seit 69 Jahren wieder einen Fahrer auf dem Podest einer Grand Tour haben. Der Giro endet in Rom auf 131 flachen Kilometern. Für Gall ist damit nicht mehr die Frage, ob diese Rundfahrt ein starkes Resultat wird, sondern ob aus diesem zweiten Platz ein Stück Radsportgeschichte wird.

