Lesen: Trump dreht Klima-Update zu RCP8.5 in neue Desinformation

Trump dreht Klima-Update zu RCP8.5 in neue Desinformation

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hat auf X behauptet, der habe seine -Prognosen als falsch eingeräumt. Der offizielle White-House-Kanal teilte die Botschaft weiter, während über Europa die erste Hitzewelle rollte und die Nachricht in Österreich und Deutschland neue Reichweite bekam.

Gerade jetzt suchen viele Leser nach dieser Klima-Geschichte, weil der Post nicht nur eine wissenschaftliche Debatte verzerrte, sondern mitten in einer akuten Wetterlage aufgeladen wurde. In rechten und konservativen Medien wurde die Botschaft weitergetragen, als ginge es um einen Beleg gegen die Klimaforschung selbst. und DER STANDARD stuften den Auftritt als Desinformation ein.

Im Kern geht es um RCP8.5, den schlimmsten wissenschaftlichen Klimapfad, der bis zum Ende des Jahrhunderts eine Erwärmung von bis zu 5,4 Grad Celsius vorgesehen hatte. Wissenschaftler kamen Anfang April in einer Fachveröffentlichung zu dem Schluss, dass dieses Szenario inzwischen unwahrscheinlich geworden ist. Unwahrscheinlich heißt in diesem Fall aber nicht widerlegt, sondern nur weniger wahrscheinlich als früher.

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Die Verschiebung hat einen einfachen Grund: Klimaschutzmaßnahmen der vergangenen Jahre und vor allem der Fortschritt der Energiewende haben die alten Annahmen geschwächt. beschrieb die Lage schon 2023 als bedrohlich. Damals seien die weltweiten CO2-Emissionen in den 2000er-Jahren mit 3 Prozent pro Jahr gestiegen, und Anfang der 2010er-Jahre habe es noch kaum Anzeichen einer Verlangsamung gegeben. Die Welt wirkte, als laufe sie direkt auf das Worst-Case-Szenario zu.

Im Mai sagte Hausfather dann, diese alten Extremszenarien seien nie besonders wahrscheinlich gewesen. Unter den derzeitigen politischen Rahmenbedingungen liege die zentrale Schätzung weiterhin bei etwa 2,7 Grad Celsius. Weniger wahrscheinlich bedeute aber nicht unmöglich. Genau dieser Unterschied wurde von Trump verwischt, als er behauptete, der UN-Klimarat habe seine eigenen RCP8.5-Forecasts als falsch eingestanden.

Dass die Botschaft gerade in Österreich und Deutschland verfing, ist kein Randdetail. Dort traf sie auf eine öffentliche Debatte, die von der Hitzewelle ohnehin angeheizt war. Wer die Entwicklung nur als Rückzug der Wissenschaft verkaufen will, blendet auch aus, dass die Forschung heute bei gleichem Temperaturanstieg mit schwereren Folgen rechnet als vor zehn Jahren und die Wahrscheinlichkeit von Kipppunkten deutlich höher einschätzt. Die neue Einordnung macht die Lage nicht harmlos, sie macht sie genauer.

Offen bleibt, wie stark Trumps Post und die Weiterverbreitung über den -Kanal die öffentliche Wahrnehmung in Österreich und Deutschland tatsächlich verschoben haben. Sicher ist nur: Die wissenschaftliche Neubewertung von RCP8.5 wurde in eine politische Botschaft umgedeutet, und das mitten in einer Hitzewoche, in der jede verkürzte Antwort sofort Wirkung entfalten konnte.

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