Melissa Naschenweng hat offen beschrieben, wie nah ihr frühes Tourleben an die Grenze ging. In einem Gespräch am 31. Mai 2026 in der Sendung „Nahaufnahme“ auf Radio Niederösterreich sagte die Sängerin, sie habe bei einem Auftritt plötzlich gedacht: „Ich kriege keine Luft.“
Genau deshalb wird ihr Name gerade gesucht. Naschenweng, die mit ihrem pinken Akkordeon große Hallen füllt, acht Amadeus Awards gewonnen hat, mit Nummer-eins-Alben Erfolg hatte und schon vor einem Fernsehpublikum von Millionen stand, sprach nicht über Glanz und Rekorde, sondern über den Preis dahinter.
Sie schilderte, dass es in ihren frühen Jahren Zeiten gegeben habe, in denen sie auf 180 Auftritte im Jahr kam und kaum schlief. Damals sei sie körperlich am Limit gewesen. Der Satz, den sie für diesen Moment fand, ist schwerer als jede Erfolgsbilanz: „Ich habe immer geglaubt, ich muss jetzt einfach sterben.“
Die Belastung kam nicht nur vom Tourplan. Naschenweng sprach auch über den Druck von außen und über Hass im Netz. „Es ist schon teilweise echt grausig, was da abgeht“, sagte sie. Zugleich machte sie klar, dass sie gelernt habe, Kritik nicht mehr so persönlich zu nehmen. Heute gehe sie bewusster mit ihrer Energie um, Gesundheit sei für sie das Wichtigste geworden.
Den Schnitt zu einem anderen Tempo setzte nach ihren Worten die Corona-Zeit. Erst da habe sie innehalten und sich wieder selbst spüren können. Für Naschenweng ist das auch ein Wendepunkt im Verhältnis zur Bühne. „Was ist ein Künstler ohne sein Publikum? Genau gar nichts“, sagte sie, fügte aber ebenso hinzu: „Man darf stolz sein, aber man soll sich deswegen nicht verändern.“
Die eigentliche Spannung ihres Berichts bleibt dennoch bestehen. Naschenweng hat den Moment beschrieben, in dem sie auf der Bühne keine Luft mehr bekam, aber nicht den konkreten Auftritt benannt, der dieses Gefühl auslöste. Gerade weil sie heute mit mehr Abstand auf ihre Karriere blickt, klingt diese Leerstelle noch deutlicher: Der schwerste Augenblick ihrer frühen Laufbahn ist benannt, aber nicht aufgelöst.
Auch privat ordnet sie vieles heute anders ein. Heimat sei für sie „ein Gefühl“, sagte sie, und auf der Bühne zu stehen sei ebenfalls eine Form von Heimat. Dass sie Single ist, sei kein Problem mehr; eine Familie und Kinder könne sie sich vorstellen, „wenn der Herrgott das irgendwann für mich bestimmt hat“. Für den Moment bleibt aber vor allem eines hängen: Hinter dem Erfolg steht eine Künstlerin, die gelernt hat, langsamer zu werden, bevor ihr Körper sie dazu zwingt.

