Claudia Pérez hat Patricia Maldonado in einem Instagram-Video direkt widersprochen, nachdem die TV-Persönlichkeit Schauspieler beschimpft und das staatliche Kulturbudget infrage gestellt hatte. Pérez stellte klar, dass ein Fondart keine Pension für Künstler ist, sondern Geld für Projekte, die Arbeit für viele Menschen in der Kultur schaffen.
Die Reaktion kam, weil Maldonado im Podcast „Con canas y sin canas“ gesagt hatte, man solle Schauspielern kein Geld für Kultur geben, und sie als vagos und sinvergüenzas beleidigt hatte. Genau darauf zielte Pérez’ Antwort: Sie sagte, sie seien nicht bloß „faul“ oder „schamlos“, sondern Beschäftigte in einem Sektor, der von den Mitteln lebt, die Projekte überhaupt erst möglich machen.
Pérez erklärte, ein Fondart werde an ein Vorhaben vergeben, nicht an eine einzelne Person. Hinter einem Projekt stünden nach ihren Worten Designer, Dramatiker, Bühnenbauer, Musiker, Fotografen, Tonstudios, Proberäume, Kostümbetriebe, Transporte, Materialeinkäufe, Grafikarbeit und mehr. Sie betonte auch, dass nur ein kleiner Teil der Kulturschaffenden überhaupt Zugang zu solchen Mitteln erhält: Nach ihren Angaben schafft es pro Jahr nur rund 1 Prozent bis 2,5 Prozent der Künstler, einen Fondart oder einen anderen Kulturfonds zu bekommen.
Damit verschiebt sich der Streit von einer persönlichen Beschimpfung hin zu einer Grundsatzfrage über öffentliche Kulturförderung in Chile. Die Debatte fällt in eine Zeit, in der die Regierung das Kulturbudget kürzt, und sie trifft eine Branche, die nach Angaben der Quelle rund 2,5 Prozent zum nationalen Bruttoinlandsprodukt beiträgt und mehr als 150.000 direkte Arbeitsplätze schafft.
Was an Pérez’ Antwort am stärksten haften bleibt, ist der Widerspruch zwischen dem Bild, das Maldonado zeichnete, und der Realität, die Pérez beschreibt: Dort ein angeblicher Geldtopf für Müßiggang, hier ein Förderinstrument für Arbeit in vielen Berufen. Ob Maldonado nach dem Video noch einmal reagiert, ist offen. Im Moment hat Pérez den Ton des Streits verändert und ihn auf die Frage zurückgeführt, wer Kultur finanziert und wer davon tatsächlich lebt.

