Channel 21 stellt am Sonntag den Sendebetrieb ein. Nach dem gescheiterten Rettungsversuch im Insolvenzverfahren endet damit ein Teleshopping-Kanal, der seit 17 Jahren auf deutschen Bildschirmen lief.
Die Mitteilung kam am Mittwoch und macht für Zuschauer, Beschäftigte und Kunden aus einer schwierigen Lage eine feste Nachricht: Der letzte Sendetag steht unmittelbar bevor. Rund 166 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlieren ihre Jobs, während der Anbieter zugleich einräumt, dass trotz intensiver Bemühungen in der kurzen Zeit keine tragfähige Fortführungslösung umgesetzt werden konnte.
Für Channel 21 ist das mehr als das Ende eines Programms. Der Sender begann einst als Nachfolger von RTL Shop, das 2001 startete, zunächst Verluste schrieb, an einen Investor verkauft und später in Channel 21 umbenannt wurde. Die Geschichte des Kanals ist damit eng mit einem Teil der deutschen Teleshopping-Historie verbunden, der nun verschwindet.
Besonders deutlich wird das an einem Punkt, an dem die Führung im März noch ganz anders klang. Damals sagte das Management gegenüber DWDL, man sei überzeugt, im Rahmen des Verfahrens die notwendigen Schritte einleiten zu können, um Channel 21 zukunftsfähig aufzustellen. Diese Zuversicht hielt nicht. Die Gesellschaft verwies nun auf Veränderungen des Konsumverhaltens und hohen Wettbewerbsdruck in der Branche; zugleich blieb auch die Suche nach frischem Geld oder einem Investor erfolglos. Selbst ein selbstironisches Video auf LinkedIn brachte keinen Wendepunkt.
Die Insolvenzverfahren waren vom Amtsgericht Hannover eröffnet worden und wurden von Insolvenzverwalterin Stefanie Zulauf begleitet. Dass die Rettung scheiterte, passt auch zu den Zahlen, die den Druck auf das Unternehmen zeigen: 2024 stand bei 54 Millionen Euro Umsatz ein Verlust von 4,3 Millionen Euro. Der Kanal war damit schon vor dem Ausstieg auf Kante genäht.
Offen bleibt nun vor allem, was mit bereits bezahlten Bestellungen, offenen Lieferungen und laufenden Ratenzahlungen passiert. Channel 21 hat dazu noch keine genauen Angaben gemacht. Kunden sollen Belege aufbewahren und sich bei offenen Fragen an das Amtsgericht Hannover oder die Insolvenzverwalterin wenden. Nach 17 Jahren endet damit nicht nur ein Programm, sondern eine Marke, die von den deutschen Bildschirmen verschwindet.
