Arsenal holte Viktor Gyökeres am 26. Juli des Vorjahres offiziell nach London und machte ihn zu einem der teuersten Angreifer der Klubgeschichte. Für den Stürmer zahlte der Klub 73 Millionen Euro inklusive fixer Ablöse und Boni, dazu bekam er die Nummer 14, jene Rückennummer, die bei Arsenal sofort an Thierry Henry erinnert.
Dass sein Name gerade jetzt so oft gesucht wird, hat mit dem Endspiel zu tun. Arsenal trifft am Samstag um 13.00 Uhr Brasília-Zeit im Champions-League-Finale auf PSG, und der Blick geht dabei auch auf Gyökeres, weil er als zentrale Offensivlösung geholt wurde, nachdem Gabriel Jesus wegen einer Verletzung am linken Knie länger als fünf Monate ausgefallen war. In dieser Phase mussten Kai Havertz und Ethan Nwaneri zeitweise als Mittelstürmer aushelfen.
Die Verpflichtung war nicht nur teuer, sondern auch aufgeladen. Gyökeres hatte Sporting am 11. Juli mitgeteilt, dass er den Klub verlassen wolle, obwohl sein Vertrag bis 2028 lief. Arsenal nahm ihn nicht als Ergänzungsspieler, sondern als Angriffszentrum für eine Mannschaft, die auf sofortige Wirkung hoffte. Der Druck war groß, weil der Schwede in Portugal zuvor 43 Tore in seiner ersten und 54 in seiner zweiten Saison erzielt hatte. 2025 gewann er dafür die Gerd-Müller-Trophäe als bester Torschütze.
Auf dem Platz verlief sein erstes Jahr in England bisher weniger glatt als erhofft. Gyökeres traf zwar im Emirates-Cup-Finale erstmals für Arsenal und legte im zweiten Pflichtspiel der Saison beim 5:0 gegen Leeds direkt zwei Tore nach. Dennoch blieb die Bilanz schwankend: Er stand in 54 Partien 40-mal in der Startelf, saß 14-mal auf der Bank und fehlte vier Spiele lang komplett im Aufgebot. Am Ende kam er auf 21 Treffer in allen Wettbewerben.
Genau darin liegt die Reibung dieser Verpflichtung. Arsenal hat einen Stürmer für den sofortigen Unterschied bezahlt, doch Gyökeres musste sich erst an Tempo, Rolle und Erwartung in England gewöhnen. Dass er bekannt ist für seinen Torjubel mit der Masken-Geste aus den Händen, passt zu seinem Auftritt als Figur mit Wiedererkennungswert. Ob die Nummer 14 im größten Spiel des Frühlings das Gewicht bekommt, das Arsenal in sie hineingepackt hat, entscheidet sich nun gegen PSG.

