Joshua Kimmich hat die Debatte um Manuel Neuers Rückkehr in die deutsche Nationalmannschaft am Freitag mit ungewöhnlicher Klarheit abgeräumt. Der Kapitän sagte in Herzogenaurach, sportlich dürfe es diese Diskussion nicht geben, weil Deutschland für die Wm 2026 seine besten Spieler dabeihaben wolle.
Genau deshalb suchen Leserinnen und Leser heute nach dem Thema: Kimmichs Wort meldete sich mitten in der Vorbereitung auf das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko zu Wort, während die Torwartfrage weiter öffentlich nachhallt. Der 31-Jährige stellte sich dabei nicht nur vor Neuer, sondern auch gegen den Ton der Debatte. Er nannte den 38-Jährigen den besten Torhüter aller Zeiten und sagte, er gehöre noch immer zu den besten Keepern der Welt.
Am stärksten wirkte der Auftritt, weil er auf Neuers erste öffentliche Runde im Nationalteam-Umfeld seit seinem Rücktritt vor zwei Jahren traf. Hunderte Menschen, vor allem Familien mit Kindern, kamen zum Adidas-Store in Herzogenaurach, um ihn zu sehen. Der Andrang zeigte, dass Neuer für viele weit mehr ist als eine Personalfrage. Er bleibt eine Figur, die Aufmerksamkeit zieht, sobald sie wieder im Deutschland-Trikot auftaucht.
Kimmich machte auch deutlich, dass er hinter der internen Hierarchie keinen großen Konflikt erkennt. Deutschland habe auf der Torwartposition eigentlich kein Problem, sagte er, und Hoffenheims Oliver Baumann sei bereit, falls er gebraucht werde. Baumann, fügte Kimmich hinzu, hätte enttäuscht sein müssen, wenn er es nicht gewesen wäre. Damit traf der Kapitän genau den Punkt, an dem die Sache vorher schon gerieben hatte: Julian Nagelsmann hatte zunächst Baumann als Nummer eins für die WM eingeplant, ehe Neuer nach zwei Jahren zurückgeholt und für das Turnier als Stammtorwart festgelegt wurde.
Die Entscheidung wurde erst nach dem letzten Bundesliga-Spieltag öffentlich, was Nagelsmann Kritik an seiner Kommunikation einbrachte. Am Sonntag um 20.45 Uhr steht in Mainz der Test gegen Finnland an, und wegen Neuers Wadenproblemen soll Baumann beginnen. Für Deutschland ist das mehr als eine Randnotiz vor einem Freundschaftsspiel. Es ist der nächste reale Blick darauf, wie stabil Neuers Rückkehr tatsächlich ist und ob die WM-Ordnung im Tor schon jetzt belastbar wirkt.

