Wiener Austria hat sich am Samstag mit einem 1:1 gegen SKN St. Pölten erstmals den Titel in der Admiral-Frauen-Bundesliga gesichert. Carina Wenninger traf in der 101. Minute zum Ausgleich und entschied damit ein Meisterduell, das bis in die letzte Sekunde offen blieb.
Dass gerade dieses Spiel die Meisterschaft brachte, machte den Nachmittag so brisant. St. Pölten brauchte im direkten Duell einen Sieg, um im Titelrennen zu bleiben, und schien nach Leila Peneaus verwandeltem Elfmeter in der 98. Minute schon auf Kurs. Doch Wenninger brachte Austria noch einmal zurück, und der Punkt reichte den Wienern am Ende zum ersten Frauen-Titel der Klubgeschichte.
Für Austria war es mehr als ein einzelner Erfolg. Die Mannschaft beendete die Liga ohne Niederlage in 24 Spielen und holte neben der Meisterschaft auch das Double, nachdem zuvor schon der Cup mit einem 1:0 gegen Red Bull Salzburg gewonnen worden war. Damit krönte der Klub eine Saison, in der er sich lange in Reichweite gehalten hatte, auch wenn in der oberen Play-off-Runde vier Remis aus sechs Spielen noch einmal Spannung erzeugten.
Der Titel hat zudem Gewicht, weil er eine lange Serie beendet. St. Pölten war elf Jahre lang österreichischer Meister gewesen und verlor die Krone nun in einem Finale, das zum ersten Mal seit der Saison 2012/13 wieder erst in der Schlussrunde entschieden wurde. Nach der vergebenen Chance vor einer Woche gegen Salzburg hatte Austria den ersten Matchball schon liegen lassen, doch im letzten Spiel der Saison fiel die Entscheidung dann doch noch auf ihre Seite.
Wenninger sagte nach der Partie, sie könne es nicht wirklich glauben. Sie sprach von großen Nerven auf beiden Seiten und davon, wie überragend es sei, das Double geholt zu haben. Mehr braucht dieser Abend kaum: ein Titel, der in der 101. Minute kippt, ein Favorit, der zum ersten Mal entthront wird, und ein Klub, der seine Saison mit dem größten möglichen Preis abschließt.

