Lesen: Canal+ sperrt mehr als 200 Filmschaffende nach Bolloré-Brief aus

Canal+ sperrt mehr als 200 Filmschaffende nach Bolloré-Brief aus

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hat auf der Filmfestspiel-Bühne in Cannes mehr als 200 französische Filmschaffende faktisch ausgeschlossen, nachdem sie einen offenen Brief gegen den Einfluss von unterzeichnet hatten. Zu den Betroffenen gehören sowie die Regisseure und .

Gerade jetzt sorgt der Schritt für Aufsehen, weil Canal+ zu den schwersten Geldgebern der Branche zählt. Der Sender steht für mehr als 40 Prozent der privaten Finanzierung, die in französisches Fernsehen, Streaming und Kino fließt. Wer dort an den Rand gedrängt wird, spürt das nicht nur bei künftigen Aufträgen, sondern an einer der wichtigsten Geldquellen des gesamten Systems.

Der Brief selbst ging weit über eine Personalie hinaus. Die Unterzeichner warnten, dass das französische Kino in den Händen eines Eigentümers mit rechter Ideologie auf eine „Standardisierung der Filme“ und sogar auf eine „faschistische Übernahme der kollektiven Vorstellungskraft“ zusteuere. Dass diese Worte ausgerechnet in Cannes öffentlich wurden, verschärft die Wirkung zusätzlich: Binoche ist eine der bekanntesten Gesichter des französischen Kinos, Zadi und Harari gehören zu den markanten Stimmen einer jüngeren Generation.

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Saada wies die Vorwürfe als Ungerechtigkeit gegen die Beschäftigten von Canal+ zurück. Damit steht Vorwurf gegen Vorwurf: Die Filmschaffenden sehen Bollorés Einfluss als Gefahr für die kulturelle Vielfalt, während der Senderchef die Kritik als Angriff auf die eigenen Mitarbeiter darstellt. Bolloré selbst hat über das vergangene Jahrzehnt seinen Zugriff auf einen erheblichen Teil der französischen Nachrichten- und Unterhaltungsmedien ausgebaut; zu seinem Bestand gehören , der , Europe 1 und der Verlag Fayard. Sein Eingriff beim Verlag Grasset löste zuletzt einen Auszug von mehr als 100 Autoren aus, darunter Bernard-Henri Lévy und Virginie Despentes.

Canal+ ist seit 1984 als Frankreichs erster Bezahlkanal am Markt und hat zudem eine gesetzliche Pflicht, einen Teil seines Budgets für französisches und europäisches Kino zu reservieren. Genau deshalb wiegt die Entscheidung so schwer: Wenn ein zentraler Förderer die Linie gegen eine große Gruppe von Filmschaffenden verhärtet, trifft das nicht nur einzelne Karrieren, sondern die Finanzarchitektur des französischen Kinos. Ob Canal+ den Bann noch zurücknimmt, ist offen; eine Reaktion der Behörden ist bislang ebenfalls nicht bekannt.

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