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Pickerl-Reform: Zwei Millionen zusätzliche Besuche bei §57a-Stellen drohen

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Die geplante Änderung beim §57a-Pickerl würde zwei Millionen Fahrzeughalterinnen und -halter zu einem zusätzlichen Gang zur Begutachtungsstelle zwingen. vom sagt, dass dann nicht nur eine Plakette abgeholt werden müsste, sondern auch ein neuer Fälligkeitstermin in die zentrale Prüfdatenbank eingetragen werden soll.

Dass das Thema jetzt so viel Aufmerksamkeit bekommt, liegt am Kalender: Die Begutachtungsfrist für den Entwurf läuft Ende Mai ab, der soll noch vor der Sommerpause entscheiden. Für viele Autofahrer geht es damit nicht um ein fernes Reformprojekt, sondern um die Frage, ob der nächste Pickerl-Termin kürzer, teurer oder sogar doppelt fällig wird.

Der ÖAMTC beziffert den zusätzlichen Verwaltungsaufwand auf rund 23 Millionen Euro. Wiesinger nennt den Gesetzesvorschlag deshalb unausgereift und sagt, echte Entlastung entstehe nur, wenn die angekündigte digitale Pickerl-Lösung gleichzeitig mit den neuen Intervallen kommt. Die Regierung verspricht zwar weniger Bürokratie und geringere Kosten für Fahrzeughalter, doch genau an diesem Punkt prallen die Positionen aufeinander: Aus Sicht des Klubs würde die Reform ohne digitale Begleitung erst einmal neue Wege, neue Termine und neue Gebühren auslösen.

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Inhaltlich würde das System von der bisherigen 3-2-1-Regel auf eine 4-2-2-2-1-Regel umgestellt. Heute wird ein Fahrzeug erstmals drei Jahre nach der Erstzulassung geprüft, dann nach zwei Jahren und danach jährlich. Nach dem Vorschlag käme die erste Prüfung erst nach vier Jahren, danach folgten Zweijahresintervalle und ab dem zehnten Jahr wieder jährliche Kontrollen. Das liegt zwar innerhalb des EU-Mindeststandards, verändert aber für Millionen Fahrzeuge den praktischen Ablauf deutlich.

Wiesinger warnt zugleich, dass längere Intervalle Mängel später sichtbar machen und Reparaturen teurer werden lassen. Gerade in alpinen Regionen sei das ein Problem, weil dort schwere Defekte häufiger auftreten als in flachen Gebieten. Nach fünf Jahren haben laut ÖAMTC in flachen Regionen rund 25 Prozent der Pkw mindestens einen schweren Mangel, im größten alpinen Bezirk Liezen sind es etwa 38 Prozent. Nach zehn Jahren steigt der Anteil auf 35 Prozent in flachen Regionen und 56 Prozent in Liezen; als Grund nennt der Klub strengere Winter und mehr Streusalz.

Der Verband hält es deshalb für falsch, die Reform als Sicherheitsrisiko ohne Folgen darzustellen, solange es in Österreich keine verlässlichen Untersuchungen dazu gibt. Wiesinger sagt, der Gesetzgeber müsse belastbare Daten sammeln, um notfalls rasch gegensteuern zu können. Gleichzeitig plädiert er dafür, ab einem Fahrzeugalter von etwa sieben Jahren wieder über ein Zwei-Jahres-Intervall nachzudenken. Am Ende entscheidet der Nationalrat vor der Sommerpause nicht nur über längere Prüfabstände, sondern auch darüber, ob das digitale Pickerl rechtzeitig mitkommt oder die versprochene Entlastung zunächst auf dem Papier stehen bleibt.

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