Alejandro Tabilo steht bei Roland Garros zum ersten Mal in der dritten Runde, ohne einen Ball zu schlagen. Valentin Vacherot zog am Donnerstag wegen einer Verletzung am linken Fuß zurück, und der Chilene bekam damit seinen Platz in der nächsten Runde geschenkt.
Für Tabilo ist es ein kleiner Karriereschritt mit klarer Wirkung: Er erreicht bei einem der vier Grand Slams erstmals die dritte Runde und verschafft sich vor dem nächsten Auftritt mehrere zusätzliche Tage Pause. Es ist auch deshalb bemerkenswert, weil sein bislang einziges früheres Drittrunden-Ergebnis bei einem Major 2024 in Wimbledon kam.
Der Rückzug änderte den Fahrplan auf dem Pariser Sandplatz sofort. Tabilo war für Donnerstag als dritter Match auf Court 13 angesetzt, doch Vacherot, der an Position 16 gesetzt war, trat nach körperlichen Problemen aus seinem vorherigen Match gegen Thomas Faurel nicht mehr an. Statt eines direkten Duells bekam Tabilo damit die Bestätigung, dass sein Weg im Turnier weitergeht, bevor er überhaupt auf dem Platz stand.
Der Lohn fällt in einem Turnier mit best-of-five-Sets umso deutlicher aus. Roland Garros ist das zweite Grand-Slam-Turnier der Saison, und genau dort steht Tabilo nun zum ersten Mal in der Runde der letzten 32, nachdem ihm diese Stufe bei seinen bisherigen Auftritten verwehrt geblieben war. Für einen Spieler, dessen Grand-Slam-Bilanz bisher von einem einzigen Vorstoß bis in die dritte Runde lebte, ist das ein klarer Eintrag in die persönliche Statistik.
Die eigentliche Spannung verschiebt sich nun auf die nächste Runde. Tabilo trifft dort auf den Sieger der Partie zwischen Daniel Vallejo, der auf Rang 71 liegt, und dem 17 Jahre alten Moise Kouame, der als Nummer 318 ins Turnier gegangen ist. Wer auch immer sich durchsetzt, Tabilo wird mit frischen Beinen in ein Match gehen, das auf dem Pariser Sand in jeder Hinsicht mehr verlangt als der Termin, den er am Donnerstag verpasst hat.

