Paula Labra hat die Leitung der Abteilung für Förderung und sozialen Schutz im Ministerium für Soziale Entwicklung und Familie verlassen. Der Abschied erfolgte am Dienstag, nur etwas mehr als einen Monat nachdem sie die Stelle am 11. März übernommen hatte.
Die Abteilung gilt als zentral für die Umsetzung sozialer Politik und staatlicher Unterstützungsprogramme. Labra war dort auf Rangstufe zwei eingesetzt worden, ein Posten mit sichtbarer politischer und administrativer Bedeutung in einem Ministerium, das von María Jesús Wulf geführt wird.
Als Grund für ihren Weggang wurden persönliche Gründe und ein neues externes Jobangebot genannt. Labra selbst schrieb bereits früher auf Instagram, sie müsse wegen einer Operation eine Pause einlegen. Sie sagte damals, sie habe sich seit mehr als einem Monat zwischen Arbeit und medizinischen Untersuchungen bewegt, nachdem bei ihr ein Krebs des Ductus thyreoglossus und ein Schilddrüsenkrebs diagnostiziert worden seien.
Der Wechsel fällt in eine Phase interner Bewegungen in der Regierung von José Antonio Kast. Das Ministerium wies jedoch interne Konflikte zurück und erklärte, die Demission sei seit einigen Tagen besprochen worden. Damit rückt weniger ein Bruch als vielmehr eine rasche Neubesetzung in den Mittelpunkt, denn die Stelle betrifft direkt die staatliche Sozialpolitik.
Labra war als unabhängige frühere Abgeordnete mit Renovación Nacional verbunden. Während ihrer Zeit im Parlament legte sie ihre Arbeit zeitweise wegen ihrer Krebserkrankung nieder. Nach dem Ende ihrer Amtszeit in der Kammer, in der sie den Wahlkreis 18 vertrat, führt ihr LinkedIn-Profil sie als Direktorin der International Women's Democracy Union. Ihr Abgang wirft deshalb vor allem die Frage auf, wer den sensiblen Posten in einer für die Sozialprogramme des Landes wichtigen Abteilung nun übernimmt.

