Cynthia Erivo sagt, die Jahre im „Wicked“-Kosmos hätten sich angefühlt, als halte alles „an Fäden“. Nach vier Jahren mit der Produktion blickt die Schauspielerin und Sängerin auf eine Zeit zurück, in der sie und Ariana Grande sich bewusst gegenseitig stützten, während die Öffentlichkeit ihre Beziehung auseinandernahm.
„Wir waren wirklich dabei, aufeinander zu achten“, sagte Erivo über den Prozess. Die beiden hätten sich während ihrer ersten Pressetour im November 2024 ganz bewusst dafür entschieden, ihre Verbindung zu pflegen, und fast alle Interviews gemeinsam gegeben. Damals trug Erivo Schwarz oder Grün, Grande trat in Rosatönen auf. Auch bei ihrem gemeinsamen Auftritt bei den Oscars 2024 setzten beide auf dieselben Farbsignaturen, Grün und Pink, als das Duo den „Wicked“-Moment in die weltweite Popkultur trug.
Die Bemerkungen fielen an einem milden Aprilmorgen im Hotel Café Royal in London, sechs Monate nach der Veröffentlichung von „Wicked: For Good“. Erivo saß dort nicht als alleinige Prominente, sondern als Frau, die zugleich auf der Bühne im „Dracula“ am Noël Coward Theatre in London stand. In diesem Abstand zum Hype sprach sie offen darüber, wie fremd ihr die Deutungen von außen oft vorkamen. „Es ist sehr interessant zu sehen, wie die Wahrnehmung der Menschen versus die tatsächliche Realität ist“, sagte sie. „Zu Hause sitzen also jede Menge Psychologen und entscheiden, wer wir waren, was wir durchgemacht haben, was wir getan haben und warum.“
Dass die Diskussion um die Freundschaft der beiden so groß wurde, überraschte Erivo nicht ganz. Sie sagte, viele hätten nicht wirklich geglaubt, dass sie und Grande tatsächlich befreundet seien. „Wenn ich eine Freundin bin, dann bin ich eine Freundin. Wenn ich keine bin, dann bin ich keine“, sagte sie. Zugleich erklärte sie, dass genau darin der Kern ihrer Arbeit liege: „Das ist die Natur der Arbeit, wirklich in verschiedene Menschen hineinzuschlüpfen und anders zu sein.“ Und weil diese Verwandlung so komplett wirke, missverstehe das Publikum manchmal die Person hinter der Rolle: „Denn ich glaube, manchmal dachten die Leute, ich wäre ich selbst, obwohl ich grün war.“
Die öffentliche Obsession mit ihrer Dynamik begleitete eine der erfolgreichsten Musical-Verfilmungen der letzten Jahre. „Wicked“ ist als zweiteilige Adaption des Broadway-Musicals angelegt, und das Franchise wurde zu einem 1,2-Milliarden-Dollar-Schwergewicht. Gerade deshalb bekommt Erivos nüchterne Einordnung Gewicht: Hinter den Kostümen, den Farbkoordinaten und den viralen Momenten stand keine Inszenierung von Distanz, sondern eine Freundschaft, die sie und Grande nach ihren Worten täglich fast noch immer per Textnachricht fortsetzen.

