Platense hat in São Paulo Geschichte geschrieben. Die Mannschaft gewann bei Corinthians mit 2:0 und zog als Debütant in der Copa Libertadores ins Achtelfinale ein.
Franco Zapiola entschied die Partie mit zwei Toren. Erst verwandelte er nach einem VAR-Hinweis auf Handspiel von Rodrigo Garro einen Elfmeter, dann legte er in der zweiten Halbzeit nach, als Hugo Souza den Ball schlecht klärte. Platense stand dabei meist kompakt in einem 4-5-1, Matías Borgogno hielt seinen Kasten sauber, und Nacho Vázquez sowie Víctor Cuesta fingen mehrere Pässe der Gastgeber ab.
Die Leistung bekam zusätzliches Gewicht, weil Corinthians schon vor dem Anpfiff als Tabellenführer der Gruppe E feststand. Der brasilianische Klub begann dennoch mit Memphis Depay, Yuri Alberto und Garro, fand aber kaum Lösungen gegen ein Team, das von Beginn an um jeden Raum kämpfte. Als Schiedsrichter Alexis Herrera nach dem zweiten Treffer auch einen Elfmeter für Corinthians nach VAR-Überprüfung zurücknahm, war der Abend endgültig auf Seiten der Gäste.
Für Platense war es die erste Teilnahme an der Copa Libertadores überhaupt, und der Sieg hielt den Lauf des Teams im Turnier am Leben. Zapiola steht nun bei fünf Toren in 24 Spielen im Jahr 2026. Dass ein Klub in seiner ersten Libertadores-Kampagne ausgerechnet in San Pablo den Sprung in die K.-o.-Runde schafft, sagt mehr über die Stabilität der Mannschaft als über Zufall oder Glück.
Im anderen Spiel der Gruppe besiegte Independiente Santa Fe Peñarol in Montevideo mit 1:0 durch ein Tor von Alexis Zapata und wurde Dritter, was den Weg in die Sudamericana sicherte. Für Platense war damit der letzte Gruppenspieltag kein Verwalten, sondern ein Statement: Die Mannschaft bleibt im Wettbewerb, und sie hat sich ihren Platz unter den 16 besten Teams Europas, entschuldigen Sie, Südamerikas, nicht erschlichen, sondern in einem auswärts gewonnenen Duell erarbeitet.
