Bolívar empfängt Independiente Rivadavia am Mittwoch, dem 27. Mai 2026, um 20.30 Uhr im Ramón-Tahuichi-Aguilera-Stadion in Santa Cruz, und für die Gastgeber ist es ein Spiel ohne Spielraum: Nur ein Sieg bringt sie in das Achtelfinale der Copa Libertadores. Ein Remis oder eine Niederlage schickt Bolívar in das Playoff der Copa Sudamericana.
Für die Partie ist es zugleich das Debüt von Alejandro Restrepo als Bolívars Trainer. CONMEBOL hatte das Spiel wegen sozialer Konflikte in Bolivien von La Paz nach Santa Cruz verlegt, und es ist das erste Mal in der Geschichte des Klubs in der Copa, dass Bolívar als Heimteam in Santa Cruz antritt. Der Club hat bereits rund sechstausend Tickets verkauft und rechnet mit mindestens 15.000 Zuschauern.
Die Ausgangslage in Gruppe C ist klar und eng zugleich. Independiente Rivadavia führt die Tabelle mit 13 Punkten an und ist bereits für die nächste Runde qualifiziert. Bolívar und Fluminense liegen beide bei fünf Punkten, wobei Bolívar im direkten Vergleich gegen den brasilianischen Rivalen im Vorteil ist. Genau deshalb hängt für die Mannschaft aus La Paz alles an diesem einen Abend in Santa Cruz.
Restrepo kündigte an, dass sich sein Team taktisch anpassen könne. „Podemos jugar un 4-3-3, también podemos cambiar a tres centrales, dos puntas o un onceno con tres centrales, tres arriba y cuatro volantes; somos un cuerpo técnico que se adapta a los momentos y ese es el Bolívar que vamos a comenzar a ver“, sagte er. Die flexible Ausrichtung dürfte im Stadion von Santa Cruz besonders wichtig werden, weil Bolívar dort nicht die gewohnte Höhenluft und nicht den üblichen Heimvorteil von Hernando Siles in La Paz hat.
Auch auf Seiten von Independiente Rivadavia ist die Verlegung ein Thema. Sebastián Villa reiste mit dem Kader nach Bolivien, und Mittelfeldspieler Matías Fernández sagte, die neue Spielstätte komme seinem Team entgegen. „Cuando salió la información, lo vimos. Es mejor. Vamos a estar en igualdad de condiciones para poder competir y traer un buen resultado“, sagte er. Tomás Bottari verwies darauf, dass die Mannschaft zunächst von einem Spiel in La Paz ausgegangen sei und die fehlende Höhe ein Plus darstelle. „Pensábamos que jugábamos en La Paz. Obviamente, al no tener tanta altura, es un plus, pero bueno, no hay excusas, tenemos que ir, plantarnos como hicimos en todas las canchas y lograr un triunfo“, sagte er.
Bolívars Torhüter Carlos Lampe machte keinen Hehl daraus, dass das Team den Standortwechsel nicht als Nachteil diskutieren will. „Nosotros no vamos a tener una ventaja, ellos están acostumbrados a jugar al mismo nivel de Santa Cruz y a cómo va la pelota en la cancha de Santa Cruz, que es superpesada, pero no ponemos excusas y cada que vamos a esa ciudad tenemos muchos hinchas que asisten al estadio a respaldarnos“, sagte er. Für Bolívar ist die Rechnung einfach: Gewinnen und weiterkommen, oder straucheln und den Umweg über die Sudamericana nehmen. Für Independiente Rivadavia geht es dagegen um den Abschluss einer bereits erfüllten Gruppenphase, ohne den Wettbewerbsvorteil zu verspielen, den der Klub sich mit dem ersten Platz in Gruppe C erarbeitet hat.

