Chile trifft am Samstag, den 6. Juni, um 13.45 Uhr in einem Freundschaftsspiel auf die Selección de fútbol de Portugal. Die Partie ist Teil der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft 2026, und für den jungen Nationalspieler Lautaro Millán ist sie mehr als nur ein weiterer Test.
Millán, 20 Jahre alt und Spieler von Independiente, sagte am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Juan Pinto Durán, dass es für ihn ein Privileg sei, gegen Cristiano Ronaldo anzutreten. Er betonte zugleich, Chile habe genügend Mittel, um ein gutes Spiel zu machen. Für eine Mannschaft im Umbruch ist das Duell mit einem Gegner, der als Favorit anreist, auch ein Gradmesser dafür, wie weit die neue Generation schon ist.
Die Begegnung bekommt zusätzlichen Gewicht, weil Chile und Portugal zuletzt im Halbfinale des Confederations Cup 2017 aufeinandertrafen. Seitdem hat sich viel verändert, auf beiden Seiten. Portugal kommt weiterhin mit einem Kader voller Namen, die für internationale Bühne stehen, und Ronaldo dürfte die Auswahl erneut anführen. Auf chilenischer Seite steht dagegen eine neu zusammengesetzte Gruppe, in der viele junge Spieler mit dem Bild des portugiesischen Kapitäns aufgewachsen sind.
Genau darin liegt der Reiz dieses Spiels. Millán sprach offen über das Niveau, das er in dieser Mannschaft sieht, und über den Anspruch, mit Blick auf die nächsten Jahre etwas aufzubauen. Er sagte, das Niveau sei sehr hoch und Chile müsse Schritt für Schritt denken, wenn man auf die WM 2030 schielen wolle. Der eigentliche Auftrag sei aber, Geduld zu haben und jede Gelegenheit in Freundschaftsspielen oder Turnieren zu nutzen, um sich weiter in Richtung der großen Ziele zu bewegen.
Für den 20-Jährigen hat dabei auch das Umfeld in der Nationalmannschaft Bedeutung. Er verwies auf Gabi Suazo, der ihm nach seinen ersten Einsätzen, unter anderem in Russland und zuletzt gegen Peru, die nötige Ruhe gegeben habe, damit er einfach das tue, was er immer mache. Solche Sätze sind in einem Vorbereitungsspiel oft der ehrlichste Hinweis darauf, worum es für eine junge Mannschaft wirklich geht: nicht um große Versprechen, sondern um Spielpraxis, Vertrauen und die Prüfung gegen einen Gegner, der Fehler sofort bestraft.
Darum ist das Spiel gegen Portugal am Samstag nicht nur ein Termin im Kalender der Auswahl von Chile. Es ist eine frühe Bewährungsprobe auf dem Weg zur WM 2026 und ein Blick darauf, wie belastbar die neue Mannschaft gegen einen etablierten Gegner schon ist. Wenn Chile mithalten will, muss es genau das zeigen, was Millán angekündigt hat: Ordnung im eigenen Spiel, Mut im eigenen Ballbesitz und die Nerven, wenn Ronaldo und die favorisierten Portugiesen den Druck erhöhen.

