Daniil Medvedev ist am 26. Mai 2026 schon in der ersten Runde von Roland-Garros ausgeschieden. Der als Nummer acht der Welt gesetzte Russe verlor in Paris gegen den Australier Adam Walton mit 6-2, 1-6, 6-1, 1-6, 6-4.
Walton, auf Platz 97 der Weltrangliste, nutzte seine Wildcard der Turnierorganisatoren und nahm Medvedev in einem wechselhaften Fünfsatzmatch auseinander. Für den Russen war es das zweite frühe Aus in Folge bei den French Open und das dritte in vier Jahren.
Medvedev ließ sich anschließend nicht in die Karten schauen. Er sagte, er wisse, warum er in Roland-Garros nicht seine besten Matches spiele, wolle das aber nicht als Ausrede verwenden und behalte es deshalb für sich. Die Antwort passte zu einem Spieler, der in Paris längst ein Muster loswerden will, aber wieder daran scheiterte.
Das Wetter ist dabei mehr als nur Kulisse. Zu Beginn der Woche war es in Paris sehr heiß, Bedingungen, die Medvedev nach Angaben aus dem Turnierumfeld in der Vergangenheit eher geholfen hatten. Diesmal halfen sie ihm gegen Walton nicht, und die Niederlage fügt sich in eine Serie ein, die für einen Top-10-Spieler schwer zu erklären ist.
Auch an anderer Stelle bekam das Publikum an diesem Tag einen schnellen Ausgang geboten. Stefanos Tsitsipas führte Alexandre Müller 6-2, 3-0, ehe der Franzose aufgeben musste. Müller sagte später, er habe sich die rechte Wade verletzt. Tsitsipas, der 2021 in Roland-Garros im Endspiel gegen Novak Djokovic stand, kam damit ohne große Mühe weiter.
Später stand in Paris noch ein Auftritt an, der weit über eine normale Erstrundenpartie hinauswies. Jannik Sinner sollte am Abend gegen Clément Tabur antreten, Félix Auger-Aliassime gegen Daniel Altmaier spielen und Denis Shapovalov gegen Jaime Faria auf den Platz gehen. Die erste Woche des Turniers blieb damit dicht gepackt mit Namen, die in tennis paris sofort Gewicht haben.
Der bemerkenswerteste Moment des Tages kam aber von einem 17-Jährigen, den kaum jemand auf dieser Bühne erwartet hatte. Moïse Kouamé schlug Marin Cilic mit 7-6, 6-2, 6-1 und feierte bei seinem ersten Auftritt in Roland-Garros einen Sieg, der sofort in die Turniergeschichte einging. Der Franzose ist 318. der Welt, doch der ATP zufolge wurde er der erste Mann, der 2008 oder später geboren wurde und ein Grand-Slam-Match gewann.
Kouamé hatte schon im März für Aufsehen gesorgt, als er in Miami mit einem Sieg über Zachary Svajda zum jüngsten Gewinner in der Geschichte der Miami Masters wurde. Gegen Cilic spielte er mit der Ruhe eines viel älteren Profis und sagte danach, es sei nicht leicht gewesen, im Moment zu bleiben, ohne an den Spielstand zu denken. Er fügte hinzu, dass das ohne die enorme Unterstützung des Publikums nicht möglich gewesen wäre.
Für Cilic, 39, war die Niederlage ein harter Kontrast zu seiner größten Stunde im Tennis. Der Kroate gewann 2014 die US Open, doch in Paris setzte sich diesmal die nächste Generation durch. Kouamé, acht Jahre jünger als die Jahreszahl seines Geburtsjahrgangs, lieferte den Beweis, dass Roland-Garros an einem einzigen Tag alte Hierarchien und neue Versprechen zugleich sichtbar machen kann.
Medvedev bleibt nach diesem Montag die größere Frage des Turniers. Ein Spieler seiner Klasse, auf Platz acht gesetzt, müsste auf Sand längst mehr liefern, doch die Zahlen sprechen gegen ihn. In Paris wurde daraus erneut ein früher Abschied, und diesmal kam er gegen einen Mann zustande, der über eine Wildcard ins Feld gerückt war und genau diesen Moment nutzte.

