Am Dienstag hat das Landesgericht Steyr über das Vermögen der Bitter Engineering & Systemtechnik GmbH das Konkursverfahren eröffnet. Das auf Arbeitskräfteüberlassung in der Automobilzulieferindustrie spezialisierte Unternehmen mit Sitz in der Branche beschäftigt 53 Mitarbeiter und weist Gesamtverbindlichkeiten von rund 576.000 Euro aus.
Die Firma wurde 1997 gegründet und steht nun vor dem Abschied aus dem Markt. Zum Insolvenzverwalter bestellte das Gericht Rechtsanwalt Heinz Kassmannhuber. Derzeit sind noch 40 Projekte offen, die in Abstimmung mit ihm abgeschlossen werden sollen. Danach ist die Schließung und Verwertung des Unternehmens vorgesehen.
In dem Eigenantrag verweist Bitter Engineering auf ein äußerst schwieriges internationales Marktumfeld für nahezu alle Auftraggeber. Die Transformation in Richtung Elektromobilität setzt der Branche zusätzlich zu. Venka Stojnic formulierte es so: Die bereits einige Jahre andauernde Krise in der Automobilindustrie wurde zuletzt durch die Zollsituation nochmals erheblich verschärft. Zugleich werden Entwicklungsdienstleistungen vermehrt ins asiatische Ausland vergeben, was heimische Zulieferer weiter unter Druck setzt.
Die Pleite bleibt nicht auf Bitter Engineering beschränkt. Das Unternehmen hält 50 Prozent an der EDER TC Technical Concepts GmbH und 63,75 Prozent an der Bitter Mobility GmbH. Für beide Gesellschaften ist der Fortbestand wegen der wirtschaftlichen Lage ebenfalls ungewiss. Damit könnte das Verfahren in Steyr Folgen haben, die weit über den eigenen Betrieb hinausreichen.
Für die Belegschaft zählt jetzt vor allem, ob die laufenden Aufträge geordnet beendet werden können. Für Bitter Engineering spricht wenig, dass sich die Lage rasch stabilisiert. Die Eröffnung des Konkursverfahrens markiert vielmehr den Beginn eines kontrollierten Rückzugs aus einer Branche, die seit Jahren unter Dauerstress steht.
