Eine etwa golfballgroße Krake aus der Tiefsee vor den Galápagos-Inseln ist als neue Art identifiziert worden. Das Tier wurde im Juli 2015 während einer zehn Tage langen Expedition im Pazifik entdeckt, als Forscher mit dem Roboter Hercules vor der Küste von Darwin Island einen Hang auf dem Meeresboden in 1.773 Metern Tiefe absuchten.
Die Wissenschaftler brachten Proben zur Charles Darwin Research Station, wo sie das Tier untersuchten und mit Mikro-CT-Scans auch seine inneren Organe sichtbar machten. Ein Bild der Krake schickte das Team an Janet Voight, die sofort erkannte, dass es sich um etwas Besonderes handelte. Voight sagte, sie habe so etwas noch nie gesehen. Später erhielt die Art den Namen Microeledone galapagensis.
Die Entdeckung bekam zusätzliches Gewicht durch ein Detail aus dem Inneren des Tieres: In den Eierstöcken fanden die Forscher 13 Eier. Für Salome Buglass ist genau das der Beleg dafür, wie wenig von der Tiefsee rund um den Archipel bislang bekannt ist. Sie sagte, solche Funde erinnerten daran, wie wenig der tiefe Ozean in Galápagos erforscht sei.
Die Galápagos-Inseln vor der Küste Ecuadors sind seit Langem für ihre ungewöhnlichen Tiere und Pflanzen bekannt. Sie gelten auch als Ort, an dem Charles Darwin in den 1830er Jahren auf der HMS Beagle Beobachtungen machte, die später seine Evolutionstheorie prägten. Der neue Krakefund passt in dieses Bild, zeigt aber zugleich, dass die berühmten Inseln noch immer Überraschungen bergen, weit unter der Oberfläche.
Für die Forscher ist die Antwort auf die wichtigste Frage klar: Ja, die Galápagos-Tiefsee ist noch längst nicht vollständig erkundet, und Microeledone galapagensis ist ein neuer Beweis dafür.

