Universidad Católica trifft am Donnerstag in La Bombonera auf Boca Juniors, und das Spiel kommt mit zusätzlicher Schärfe: Ein Unentschieden würde den Chilenen reichen, um ohne fremde Hilfe ins Achtelfinale der Copa Libertadores einzuziehen. Conmebol setzte dafür den kolumbianischen Schiedsrichter Wilmar Roldán als Hauptreferee an, David Rodríguez übernimmt den VAR.
Die Ansetzung fällt auf, weil Roldán im chilenischen Fußball seit Langem für Diskussionen sorgt. Zuletzt leitete er bei der Copa América die Partie zwischen Chile und Kanada; in diesem Spiel sanktionierte er laut der vorliegenden Darstellung einen möglichen Ellbogencheck gegen Rodrigo Echeverría nicht mit einem Platzverweis. Genau dieser Hintergrund verleiht dem Duell Boca vs Catolica vor der Entscheidung in Buenos Aires eine zusätzliche Reibung.
Sportlich ist die Lage klar: Católica braucht nicht den großen Schlag, sondern nur das Ergebnis, das sie in die nächste Runde bringt. Boca Juniors steht vor dem Heimspiel in einer Partie, in der jeder Pfiff sofort Gewicht bekommt, weil die Südamerikaner wissen, dass ein einziger Punkt den Unterschied zwischen Weiterkommen und Rechnen mit anderen Resultaten machen kann.
Dass auch der VAR mit einem weiteren kolumbianischen Offiziellen besetzt ist, macht die Sache nicht weniger heikel. Bei einem Spiel mit solchen Folgen wird jede strittige Szene auf die Goldwaage gelegt, und Roldáns Name sorgt in Chile schon vor dem Anpfiff für Gesprächsstoff. Für Universidad Católica geht es darum, die Qualifikation aus eigener Kraft zu sichern. Für Boca geht es darum, in der eigenen Arena genau das zu verhindern.
Am Ende hängt an diesem Donnerstag nicht nur ein Platz im Achtelfinale, sondern auch der Umgang mit einem Schiedsrichter, der in Chile längst mehr als nur eine sportliche Nebenfigur ist. Wenn Católica in La Bombonera den Punkt holt, ist der Weg frei. Wenn nicht, wird die Nacht in Buenos Aires noch lange nachhallen.

