Marcus Armstrong führte die Indy 500 mit nur einer Runde Rest an und wurde am Ende dennoch Fünfter. Felix Rosenqvist überquerte die Ziellinie 0,0233 Sekunden vor ihm und holte sich den Sieg nach einem chaotischen Schlussspurt.
Das Rennen war acht Runden vor Schluss mit der roten Flagge unterbrochen worden, bevor Armstrong beim Neustart nach vorn zog. Danach kam noch einmal Gelb heraus, und der Neuseeländer geriet in einen finalen Zweikampf, der ihm den möglichen Sieg kostete. Armstrong sagte, er habe sich gefühlt, als habe er „die falsche Entscheidung im entscheidendsten Moment“ getroffen.
Der 25-Jährige sagte, er habe in der letzten Kurve zwischen einem Crash mit seinem Teamkollegen und dem Anheben des Tempos wählen müssen. „Ich bin so enttäuscht, weil ich das Gefühl hatte, dass mir in der letzten Kurve zwei Optionen gegeben wurden: Entweder ich crash mit meinem Teamkollegen, oder ich muss lupfen“, sagte Armstrong. „Und ich habe mich entschieden, ein bisschen zu lupfen, und das war die Situation. Wir waren in der Position, das Rennen zu gewinnen. Ich kann es ehrlich gesagt nicht glauben. So nah, und ich glaube, ich habe in dem wichtigsten Moment die falsche Entscheidung getroffen.“
Die Niederlage trifft Armstrong besonders hart, weil er damit verpasste, erst der zweite Kiwi nach Sir Scott Dixon zu werden, der die Indy 500 gewinnt. Für Neuseeland war das Rennen dennoch ein seltenes Schaufenster: Scott McLaughlin wurde Dritter und holte damit sein bestes Resultat beim Klassiker, nachdem ihn 2025 schon die Warm-up-Lap mit einem Crash aus dem Rhythmus gerissen hatte. McLaughlin sagte später, das Ergebnis habe ihm geholfen, „viele Dämonen“ über 365 Tage zu bekämpfen.
Armstrongs fünfter Platz war auch ein Spiegel dieses seltsamen Rennens: Wer vorne liegt, ist in Indianapolis nicht automatisch sicher, besonders nicht nach einer roten Flagge, einem späten Neustart und noch einem Gelb, das das Feld wieder zusammenschob. Rosenqvists Sieg mit 0,0233 Sekunden Vorsprung unterstrich, wie dünn die Luft an der Spitze war. Armstrongs Pech lag nicht in einem Fehler über 200 Meilen, sondern in einer einzigen Entscheidung am Ende.
Für den Neuseeländer bleibt nun die Frage, ob er in Indianapolis je wieder in eine solche Lage kommt. Nach diesem Sonntag ist klar: Er war näher dran als jeder andere Fahrer, aber die Indy 500 verzeiht nur den, der am Ende auch durch die letzte Kurve kommt.

