Lehrkräfte in der Valencianischen Gemeinschaft und Kindheitspädagoginnen in Madrid haben ihre Proteste am Samstag mit zwei großen Märschen fortgesetzt. Die Huelga im Bildungswesen ist seit mehr als zwei Wochen auf den Straßen sichtbar, und in vier Gemeinschaften gibt es weiterhin keine Einigung mit der Verwaltung.
Der Konflikt dreht sich nach Angaben der Beteiligten um Probleme, die sich seit Jahren aufgestaut haben und die öffentliche Bildung in Spanien verschlechtern: sehr hohe Schülerzahlen, zu wenig Personal, zu viel Bürokratie, Kaufkraftverlust, prekäre Arbeitsbedingungen, fehlende Mittel für Inklusion und eine immer schlechter werdende Infrastruktur. Lehrkräfte aus der Valencianischen Gemeinschaft, Katalonien und Aragón sowie Kindheitspädagoginnen in der Gemeinschaft Madrid haben sich in diesem Rahmen mobilisiert.
Am Donnerstag legten 250 Leitungsteams geschlossen ihre Ämter nieder, um den unbefristeten Streik der Lehrkräfte zu unterstützen. María Latorre sagte, sie habe ihren Rücktritt eingereicht, um jene zu unterstützen, die für eine hochwertige öffentliche Bildung kämpfen. Sie sprach von einem Schulalltag, in dem ihr Zentrum das ganze Schuljahr über ohne Erzieherin auskommen musste, immer noch auf Personal für Sonderpädagogik wartet und die Stelle der Förderlehrerin vorläufig gestrichen wurde.
Latorre sagte außerdem, sie und ihre Kollegen seien das sichtbare Gesicht des Konflikts und müssten sowohl gegenüber dem streikenden Lehrpersonal als auch gegenüber den Familien Stellung beziehen. „Wir können nicht wegschauen oder so tun, als ginge uns das nichts an“, sagte sie. Und sie forderte mehr Inklusionspersonal, mehr Förderlehrkräfte und mehr Erzieherinnen. In einem CRA, sagte sie, sei die Unterstützungslehrkraft entscheidend, weil sie sich zwischen drei Schulstandorten bewege, um das Kollegium im Vorschulbereich zu entlasten.
Auch Daniel beschrieb eine Schule, die unter Dauerbelastung arbeitet. Er sagte, Vertretungen würden oft erst nach Monaten besetzt und Infrastrukturmängel würden immer weiter mitgeschleppt. „Die Lehrkräfte sind erschöpft“, sagte er. „Es gibt Klassen mit 26 Schülern in Zentren, in denen ständig neue Kinder ankommen.“ Dazu komme die Bürokratie: Berichte, Papierkram, Plattformen — „sehr viel Verwaltungsarbeit, die oft absolut zu nichts dient“.
Die Mobilisierungen finden parallel in mehreren Gebieten statt und zeichnen damit ein Bild des Unmuts über das öffentliche Bildungswesen in Spanien, das sich nicht auf eine einzige Region beschränkt. In Valencia ist der Streik als unbefristet beschrieben, und genau dort haben die Streikaktionen mit den laufenden Gesprächen und den wiederholten Straßenprotesten die größte politische und gewerkschaftliche Sprengkraft entwickelt.
Nach den Märschen vom Samstag bleibt die zentrale Frage, ob die Verwaltungen in den vier Gemeinschaften überhaupt noch rasch auf einen Konflikt reagieren können, der längst nicht mehr nur um Löhne oder einzelne Stellen geht, sondern um die Funktionsfähigkeit der öffentlichen Schule selbst.

