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Korneuburg: Insolvenz trifft das geplante Werft-Quartier nach dem Signa-Aus

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Das geplante neue Viertel auf dem alten Werftgelände in Korneuburg ist endgültig aus der Spur geraten. Am Mittwoch meldete , dass die insolvent ist; zugleich wurde beim Handelsgericht Wien ein eingebracht.

Für die Stadt bedeutet das das nächste Kapitel in einem Projekt, das einst mit großem Anspruch gestartet war. René Benkos war 2019 als Investor in die Werft eingestiegen. Auf dem Areal sollte ein neuer Stadtteil entstehen, mit Wohnungen für rund 1.500 Menschen, dazu Flächen für Arbeiten, Kultur und Freizeit, ein Hotel und Gastronomie. Der Investmentrahmen lag bei einer halben Milliarde Euro.

Doch aus dem Vorhaben wurde nie ein Baubeginn mit echter Dynamik. Im Frühjahr 2025 zogen die Stadt und die Projektgesellschaft das bei der Landesbehörde eingereichte zurück, damit war das Projekt faktisch beendet. Die Website des Vorhabens ist inzwischen nicht mehr online. Schon zuvor hatte sich die Entwicklung verengt: Seit dem Vorjahr gilt auf der Insel ein Bauverbot, auf dem Festland wurde nach einem jüngeren Gemeinderatsbeschluss ebenfalls eines verhängt.

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Der wirtschaftliche Schaden ist erheblich. Die Verbindlichkeiten der insolventen Gesellschaft liegen bei rund 40 Millionen Euro und verteilen sich auf zehn Gläubiger. Nach Angaben der Stadt ist die Gemeinde selbst nicht darunter. Für die Kommune steht nun nicht die Sanierung des Gesamtkonzepts im Vordergrund, sondern die Frage, welche Grundstücke aus dem Verfahren herausgelöst und eventuell verkauft werden können.

machte die Linie der Stadt schon im Streit um die künftige Nutzung deutlich. Das Projekt habe „zu wenig Mehrwert“ für Korneuburg geboten, sagte er. Für den Campus-Vorschlag der Londoner Nichtregierungsorganisation , die auf dem Areal eine Bildungseinrichtung errichten wollte, wäre zudem ein Landtausch auf dem Festland nötig gewesen. Die Stadt lehnte auch diesen Plan ab, woraufhin die finanzierende Bank den Kredit fällig stellte.

Der alte Werftstandort bleibt damit ein Konflikt zwischen großen Visionen und den Grenzen kommunaler Planung. Gepp betont, der bestehende Masterplan gelte weiter. Aus Sicht der Stadt brauche es „keinen Zeit-, sondern Qualitätsdruck“ und vor allem „eine Mischung aus Kultur, Freizeit, Arbeiten und Wohnen – in einer für die Stadt verträglichen Form“. Ein eigener Stadtteil sei nicht das Ziel, sagte er, entscheidend sei „Mehrwert“ für die Gemeinde.

Genau daran misst Korneuburg jetzt auch die nächsten Schritte. Die Stadt zeigt Interesse vor allem an strategischen Flächen, die im Insolvenzverfahren verkauft werden sollen. Doch die Grundstücke sind nicht verbunden, sie müssten erst zusammengeführt und anschließend neu gewidmet werden. Nach dem Ausstieg von Signa und dem Scheitern der Alternativpläne geht es auf der Werft nicht mehr um die große Eröffnung eines neuen Quartiers, sondern darum, was von dem Gelände überhaupt noch in kommunaler Hand und in kommunaler Ordnung entwickelt werden kann.

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