Arsenal wird am Sonntagabend nach dem letzten Saisonspiel gegen Crystal Palace die Premier-League-Trophäe in die Höhe stemmen. Die Zeremonie soll nicht viel früher als gegen 18:30 Uhr Ortszeit beginnen, und sie dürfte vor 2.687 Arsenal-Fans in der äußersten rechten Ecke des Arthur Wait Stand stattfinden.
Der Klub hatte sich seinen ersten Liga-Titel seit 22 Jahren bereits am Dienstagabend gesichert, als Manchester City in Bournemouth nur zu einem 1:1 kam. Einen Tag zuvor hatte Arsenal Burnley zu Hause mit 1:0 geschlagen, Kai Havertz entschied die Partie per Kopf nach einer Ecke von Bukayo Saka. Damit stand fest, dass Martin Ødegaard am Sonntagabend nach dem letzten Pflichtspiel die Meistertrophäe entgegennehmen wird.
Dass der Titel nun erst beim Auswärtsspiel bei Crystal Palace offiziell gefeiert wird, ist mehr als ein organisatorischer Nachlauf. Mehr als 150.000 Arsenal-Anhänger versammelten sich bereits 24 Stunden nach der Entscheidung vor dem Emirates Stadium. Die Meisterschaft fühlt sich für viele nicht wie ein einzelner Endspurt an, sondern wie das Ergebnis von rund vier Jahren Arbeit nach drei aufeinanderfolgenden zweiten Plätzen.
Für Palace ist der Abend ebenfalls nicht nur Begleitmusik. Dem Vernehmen nach will der Klub nach dem Spiel eine Ehrenrunde auf dem Rasen organisieren und den scheidenden Oliver Glasner verabschieden. So treffen im Selhurst Park zwei sehr unterschiedliche Schlussbilder aufeinander: hier die lange ersehnte Krönung eines Titelrennens, dort der Abschied von einem Trainer, der zum Ende einer Saison noch einmal gewürdigt werden soll.
Das macht Crystal Palace – Arsenal zu weit mehr als einem formal letzten Spieltagstermin. In Großbritannien und Irland wird die Partie live auf Sky Sports Premier League, Ultra HD und SkyGo übertragen, in den Vereinigten Staaten auf CNBC. Für Arsenal geht es um den Moment, in dem ein lange aufgeschobener Anspruch sichtbar wird; für die Fans ist es der Abend, an dem aus einem Ergebnis vom Dienstag die eigentliche Feier wird.
Und wenn Ødegaard die Trophäe am Sonntag schließlich entgegennimmt, wird die Szene weniger wie ein Schlussakt wirken als wie die späte Bestätigung eines Titelgewinns, den Arsenal sich schon Tage zuvor auf dem Platz und dann am Sofa erarbeitet hatte.

