Pep Guardiola verlässt Manchester City nach zehn Jahren im Etihad, und das Heimspiel gegen Aston Villa bekommt damit ein Gewicht, das über drei Punkte hinausgeht. City steht nach dem 1:1 bei Bournemouth am Dienstagabend bereits als Zweiter fest, während Villa im Kampf um einen Champions-League-Platz als Vierter nach Manchester reist.
Das Duell trifft auf zwei Teams, die den Frühling mit sehr unterschiedlichen Geschichten beenden. Aston Villa sicherte sich am Tag nach dem Bournemouth-Spiel mit einem 3:0-Sieg gegen Freiburg in Istanbul den Europa-League-Titel und gewann damit den ersten europäischen Pokal seit 1982. John McGinn prägte diese Saison mit einer starken Leistung und lieferte im Finale eine Kapitänsvorstellung, doch die Belastung aus dem Wettbewerb könnte nun Folgen haben: Einige Spieler könnten geschont werden, nachdem Villa unter der Woche an seine Grenzen ging.
Für City ist das Treffen zugleich ein Blick auf eine Serie, die fast schon Besitzstand war. Manchester City und Aston Villa trafen zwischen Mai 2014 und Februar 2023 15-mal aufeinander. City gewann 13 dieser Spiele, zwei endeten unentschieden. Im Etihad gab es für Villa seit dem 4:2 im Ligapokal 2012 keinen Sieg mehr, und in der Premier League holten die Gäste dort seit der 2:1-Niederlage von City im April 2007 keinen Punkt mehr. Insgesamt hat City im Liga-Heimspiel gegen Villa in der Premier League-Ära zehn Punkte abgegeben.
Doch die jüngere Entwicklung passt nicht ganz zu dieser Bilanz. Villa gewann drei der letzten fünf Duelle mit City, allerdings alle im Villa Park. Genau dort kam auch der Großteil des Gegenwinds für den Meister auf, während das Rückspiel in Manchester bisher zuverlässig in Citys Händen blieb. Dass Guardiola nun geht, John Stones und Bernardo Silva den Klub am Saisonende ebenfalls verlassen werden und das Team dennoch sicher auf Platz zwei steht, macht das Saisonende eher zu einem Übergang als zu einem Abschluss.
Sportlich spricht viel für ein Spiel, in dem City wieder seine Heimstärke zeigen will und Villa mit einem Auge auf die Belastung schaut. Erling Haaland rettete mit seinem späten Ausgleich in Bournemouth einen Punkt und erhöhte sein Konto auf 27 Ligatore in dieser Saison. Damit liegt er fünf Treffer vor Igor Thiago und hat im Vergleich zur vergangenen Saison fünf Ligatore mehr erzielt. Für City reicht das zu einer soliden Finalphase, für Villa bleibt der Druck größer: Der Klub ist Vierter, Liverpool liegt drei Punkte dahinter und hat die bessere Tordifferenz.
Im Tor könnte sich bei Villa zudem etwas verändern. Emiliano Martínez brach sich im Aufwärmen des Europa-League-Finals einen Finger, weshalb Marco Bizot als mögliche Alternative in den Fokus rückt; sein bislang letzter Einsatz für Villa war das 1:1 gegen Nottingham Forest am 12. April. City hat für die Partie keine Ausfälle durch Verletzungen oder Sperren. Das passt zu einem Abend, an dem die Gastgeber sich nicht nur von Guardiola verabschieden, sondern auch zeigen wollen, dass ihr Griff nach oben trotz des Umbruchs noch fest ist.

