Kenneth Perez genoss die erste Hälfte von Ajax gegen FC Utrecht nicht. In der Halbzeit nahm sich der Analyst die Partie, die Bedingungen und sogar den Ball vor, nachdem beide Teams schon in der ersten Halbzeit eine Trinkpause eingelegt hatten.
„Man sagt ja manchmal, dass Finals nie wirklich gute Spiele sind“, sagte Perez sinngemäß und legte sofort nach: „Na ja, das stimmt. Wisst ihr, was Fußball manchmal schön machen kann? Wenn die Leute ohne Ball etwas machen.“ Dann schoss er gegen die Bewegung der Spieler: „Da macht überhaupt niemand ohne Ball etwas! Niemand geht in die Tiefe. Alle kommen in den Ball. Lauft doch, bitte.“
Sportlich sah Perez Ajax klar vorne. „Ajax ist die obere Partei, was die Schüsse und das Vor-das-Tor-Kommen angeht“, sagte er sinngemäß. Doch dann wechselte sein Blick auf das Spielgerät. „Aber ich weiß nicht: Bist du sicher, dass sie nicht mit einem anderen Ball spielen als sonst?“ fragte er. Milan van Dongen entgegnete, dies sei der Ball, mit dem Ajax seine Heimspiele bestreitet.
Für Perez war genau das der Punkt. „Aber das ist ein springender Ball!“ sagte er. „Es ist ein dramatischer Ball, mit dem man Fußball spielen muss. Er springt, man sieht es auch. Die können doch nicht alle eine so schlechte Schusstechnik haben. Also liegt es am Ball. Das muss fast so sein.“ Auch die Unterbrechung für die Trinkpause passte ihm nicht, obwohl es 26 Grad warm war. „Schwere Bedingungen“, sagte er sarkastisch. „Es ist doch überhaupt nicht warm?!“
Besonders scharf fiel sein Urteil über die Pause selbst aus. „Wie kommt es, dass wir Drinkpausen brauchen? Was betreiben wir da für eine Bevormundung? Echt, Junge. Das muss so anders sein! Dieses Jahr hat doch gezeigt, dass wir es nicht auf diese Weise weitermachen sollten. Männer! Wir müssen harte Männer schaffen, die irgendetwas aushalten können. Eine Drinkpause! Echt, ich werde verrückt.“ Die Szene zeigte weniger ein taktisches Detail als einen klaren Bruch zwischen dem, was auf dem Platz passiert, und dem, was Perez für nötig hält.
Dass die Kritik ausgerechnet zur Halbzeit von Ajax - Utrecht kam, ist kein Zufall: Die erste Hälfte lieferte ihm genug Material für Spott über Tempo, Laufwege, Pause und Ball. Die Trefferpunkte seiner Kritik fielen alle in denselben Moment, in dem das Spiel noch offen war und die Debatte längst größer wirkte als die 45 Minuten selbst.
Am Ende bleibt vor allem ein Eindruck stehen: Perez sah Ajax zwar spielbestimmend, aber er machte zugleich deutlich, dass er die Qualität des Spiels von den äußeren Umständen bis zum Ball selbst infrage stellte. Wenn seine Einschätzung stimmt, lag das Problem nicht nur an der Partie, sondern an allem, was sie unangenehm machte.

