Néstor Rozín sagt, er habe mit Maschinen und Material einen beschädigten Abschnitt der Seitenstraße an der autopista Rosario-Córdoba vor dem Hotel Sol de Funes instand gesetzt. Nun soll er alles wieder zurückbauen: Vialidad Nacional hat ihn aufgefordert, die Arbeiten innerhalb von 10 Tagen in den ursprünglichen Zustand zu versetzen.
Rozín schildert die Sache als Notlösung für eine Zufahrt, die „detoniert“ gewesen sei. Er sagt, der Zugang an der Collectora auf Höhe des Kilometers 307,5 in westlicher Richtung habe jahrelang Probleme gemacht und sei nach seiner Darstellung so schlecht gewesen, dass er für Veranstaltungen mit großem Andrang kaum noch zu nutzen war, darunter ein Termin mit 5.000 Menschen. „Estábamos padeciendo el problema de la calle, del camino de tierra. El año pasado, por un par de eventos que teníamos de cantidad de gente y además por la importancia y relevamiento de la gente que venía, ya no aguantaba más“, sagte er. Später habe man Steine eingebracht, um Schlaglöcher zu schließen; dann habe es erst eine Drohung mit Schließung gegeben und danach die Zustimmung, die Arbeiten fortzusetzen.
Der Streit reicht damit weit über einen einzelnen beschädigten Abschnitt hinaus. Rozín sagte, er habe investiert, weil der Zugang zum Gelände praktisch unbrauchbar gewesen sei und er zugleich die Forderung der Gemeinde nach freier Erreichbarkeit erfüllen müsse. „Por más bien que lo hayamos hecho, con la lluvia, como está la situación actual, los camiones, las máquinas, se va deteriorando el camino. La municipalidad es la que me exige que tenga libre accesibilidad y, por otro lado, Vialidad me prohíbe que lo reparemos“, sagte er. Für ihn, so seine Darstellung, stand am Ende der Betrieb eines Veranstaltungsortes auf dem Spiel.
Vialidad Nacional sieht das anders. Die Behörde erklärte, die Arbeiten seien auf einer Trasse unter nationaler Zuständigkeit ausgeführt worden und die Verbindung sei illegal. In einem am Samstag veröffentlichten Dokument teilte sie mit, es seien auf- und abfahrende Verbindungen entdeckt worden, die unregelmäßig zwischen der Autobahn und dem Zugang zu einem privaten Grundstück angelegt worden seien. Nach Angaben offizieller Stellen gegenüber einem anderen Medium handelt es sich um einen Verstoß gegen die Sicherheitsvorschriften; die Verbindung sei ohne Genehmigung, technische Prüfung und ohne die von Vialidad Nacional für eine Schnellstraße geforderten Sicherheitsmaßnahmen gebaut worden. Die Behörde sagte zudem, Rozín selbst habe diese Verbindung geöffnet, und sie entspreche weder den Sicherheitsanforderungen noch der entsprechenden Zulassung.
Genau dort liegt die Bruchlinie des Falls: Was Rozín als Reparatur eines kaputten Weges beschreibt, wertet der Staat als nicht genehmigten Eingriff in eine nationale Verkehrsachse. Casi siete meses nach dem ersten Eingriff erhielt der empresario eine schriftliche Aufforderung, die Arbeiten rückgängig zu machen. Jetzt hat Vialidad Nacional die Frist gesetzt. Was als provisorische Lösung für eine beschädigte Zufahrt begann, ist zu einem Testfall dafür geworden, wie weit ein privater Betreiber an einer Autobahn in eigener Regie gehen darf, wenn die Sicherheit und die Zuständigkeit des Staates auf derselben Strecke liegen.

