Barcelona de Guayaquil ist in Santiago angekommen und bereitet sich dort auf das Spiel am Donnerstag in der Copa Libertadores gegen Universidad Católica vor. Der ungewöhnlichste Moment des Tages spielte sich aber nicht auf dem Platz ab, sondern auf der Enrique-Olivares-Straße vor dem Stadion: Darío Benedetto und Trainer César Farías mussten ihre Pressekonferenz dort abhalten.
Barcelona hatte für die letzte Trainingseinheit in der chilenischen Hauptstadt das estadio Bicentenario de La Florida gewählt. Zunächst durften die Medien das Training noch aufzeichnen, dann griff die Gemeinde La Florida ein und ließ die Reporter trotz erteilter Erlaubnis nicht weiter filmen. Das berichtete Marco Escobar bei DSports Chile und auch über seine Social-Media-Kanäle. Er beschrieb, dass die Medien aus Ecuador gekommen seien, dass Barcelona ohne Probleme trainiert habe und dass die Gastgeber von der Gemeinde schließlich die Aufnahme stoppten.
Escobar machte später auch auf den nächsten Bruch mit dem Normalen aufmerksam: Die Pressekonferenz von Benedetto und Farías werde mitten auf der Enrique-Olivares-Straße stattfinden, weil die Gemeinde nicht wolle, dass sie im Saal des Stadions abgehalten werde. Genau dort stand Benedetto dann auch Rede und Antwort und nahm die Szene mit Humor. „No, nunca me tocó. Meno mal no paso ninguno de la contra o seguramente gritaba algo, le pregunté lo mismo al jefe de prensa. Está lindo, fue anecdótico, distinto“, sagte er über die ungewöhnliche Lage.
Der Hintergrund ist schlicht, aber für einen internationalen Spieltag bemerkenswert: Barcelona SC ist wegen des Libertadores-Spiels in Chile, und alle offiziellen Termine sollten eigentlich im estadio Bicentenario de La Florida stattfinden. Stattdessen verlagerte sich ein Teil des Programmablaufs auf die Straße, nachdem die Gemeinde La Florida den Medienauftritt im Stadionraum nicht zuließ. Für Benedetto, Farías und die Reporter blieb damit vor allem ein Eindruck hängen: ein Pflichttermin vor einem großen Kontinentalspiel, organisiert unter Bedingungen, die selbst im Fußballalltag selten sind.
Was bleibt, ist ein Bild, das mehr über den Tag als über die Taktik sagt. Barcelona trainierte für ein wichtiges Spiel, die Behörden setzten Grenzen, und Darío Benedetto stand schließlich nicht in einem Presseraum, sondern auf offener Straße vor Kameras und Mikrofonen. Genau so beginnt manchmal ein Libertadores-Abend: nicht mit einem Tor, sondern mit einer Szene, die keiner so geplant hatte.

