Byron Castillo ist am Donnerstagabend in Chile wieder auf der Bühne des Fußballs aufgetaucht. Der Verteidiger wurde von César Farías für Barcelona SC als Starter gegen Universidad Católica nominiert, als beide Teams am 21. Mai 2026 um 20:30 Uhr im Claro Arena im fünften Spieltag der Gruppe D der Copa Libertadores 2026 aufeinandertrafen.
Die Partie wurde in Chile von und Disney + Premium übertragen. Für Barcelona SC ging es dabei um mehr als nur einen weiteren Gruppenspieltag: Der Klub musste dringend am Leben bleiben, um vor dem letzten Spieltag der Gruppenphase überhaupt noch eine Chance zu behalten.
Dass Castillo in Chile sofort wieder Aufmerksamkeit zog, überrascht kaum. Sein Name gehörte 2022 zu den meistgesuchten Begriffen unter chilenischen Fußballfans, nachdem der chilenische Fußballverband ihn als nicht ecuadorianisch, sondern kolumbianisch angeprangert hatte. Chile verlangte damals sogar, Ecuador wegen des Falls aus der Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Katar zu entfernen.
Der Vorstoß blieb jedoch ohne das gewünschte Ergebnis. Ecuador wurde zwar sanktioniert, spielte das Turnier aber trotzdem. Der Fall hinterließ in Chile dennoch einen tiefen Eindruck und machte Castillo für viele Fans zu einem Symbol eines der erbittertsten Streitfälle im südamerikanischen Fußball.
Genau deshalb bekam seine Rückkehr in ein chilenisches Stadion am Donnerstag ein anderes Gewicht als ein gewöhnlicher Auftritt in der Gruppenphase. Castillo war in der damaligen Kontroverse nicht nur wegen seiner Staatsangehörigkeit im Fokus, sondern auch wegen provokativer Botschaften an Chile, die den Konflikt weiter anheizten. Nun stand er wieder in einer Partie in Chile in der Startelf — diesmal nicht als Streitfall, sondern als Teil eines Barcelona-Teams, das sportlich unter Druck stand.
Für Universidad Católica war das Spiel ein Heimtermin im Claro Arena. Für Barcelona SC war es eine Zäsur. Und für Castillo bedeutete der Abend, dass ein Name, der 2022 die Schlagzeilen prägte, zwei Jahre später wieder dort auftauchte, wo die alte Debatte im Stadionlärm auf einen neuen sportlichen Kontext traf.

