Ralf Kettemann führt SC Paderborn in die Bundesliga-Relegation. Der Tabellendritte der 2. Bundesliga trifft am Donnerstag um 20.30 Uhr im ersten Duell auf den VfL Wolfsburg.
Das Rückspiel steigt am Pfingstmontag in Paderborn. Für den Klub ist es die Chance, nach 2014 und 2019 zum dritten Mal in die Bundesliga aufzusteigen.
Kettemann ist erst seit dem vergangenen Sommer Chefcoach in Paderborn, hat den Weg dorthin aber lange vorbereitet. Nach seiner Zeit als Assistent der zweiten Mannschaft von TSG Hoffenheim war er von 2021 bis 2025 Trainer der A-Jugend von Karlsruher SC. Davor arbeitete er als Spielertrainer bei TSV Ilshofen und führte die Mannschaft bis in die Landesliga und dann weiter in die Oberliga.
Seine Laufbahn begann deutlich anders. Mit 24 Jahren studierte Kettemann noch Englisch und Sport, spielte als offensiver Mittelfeldmann für die Stuttgarter Kickers und VfR Aalen in der 3. Liga und kam als Profi nicht über diese Spielklasse hinaus. Erst Verletzungen und der Wechsel auf die Trainerbank brachten ihn auf den heutigen Weg, verbunden mit dem Entschluss, das Lehramtsstudium aufzugeben.
Kettemann sagt, das Thema Hierarchie im Fußball habe sich verändert, es werde flacher. Das sei für ihn im Alltag entscheidend, weil Fachwissen allein nicht reiche, sondern von Mensch zu Mensch funktionieren müsse. Zugleich macht er klar, dass am Ende er das letzte Wort habe.
Genau darin liegt die Spannung dieses Spiels: Paderborn hat mit seinem intensiven Fußball schon in der laufenden Zweitligasaison gut gepasst, doch nun geht es in zwei Spielen gegen einen Bundesligisten um den größten Schritt der Vereinsgeschichte seit Jahren. Kettemann hat den Klub in diese Position gebracht. Jetzt muss er beweisen, dass sein Weg auch auf der größten Bühne trägt.

