Lesen: Schafskälte in Deutschland: Keine deutliche Kältewelle in Sicht

Schafskälte in Deutschland: Keine deutliche Kältewelle in Sicht

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Die , jene Wetterphase um die Mitte des Junis, in der kühlere Luft nach Mitteleuropa ziehen kann, zeichnet sich für Deutschland derzeit nicht als markanter Kälteeinbruch ab. Die längerfristigen Prognosen des Deutschen Wetterdienstes und des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage zeigen für die ersten beiden Juniwochen 2026 eher gemischte bis mildere Signale als eine klare Rückkehr zu frühsommerlicher Kälte.

Für die Woche vom 1. bis 7. Juni 2026 setzt der DWD auf 38 Prozent für kühleres, 28 Prozent für normales und 34 Prozent für wärmeres Wetter. Die Vorhersagequalität dieser Wochenprognose stuft der Wetterdienst mit einer gelben Ampel ein. Das bedeutet: Eine Abkühlung ist nicht ausgeschlossen, aber sie ist noch kein ausgemachtes Szenario.

In der Folgewoche verschiebt sich das Bild weiter in Richtung milderer Werte. Für den Zeitraum vom 8. bis 14. Juni 2026 nennt der DWD 23 Prozent für kühleres, 36 Prozent für normales und 41 Prozent für wärmeres Wetter. Der Wetterdienst hält damit zwar einzelne kühlere Tage weiter für möglich, sieht sie aber nicht mehr als wahrscheinlichste Entwicklung. Genau dort liegt der Unterschied zwischen einer kurzen Delle im Frühsommer und einer klassischen Schafskälte, die spürbar unter dem jahreszeitlichen Durchschnitt liegt.

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Auch die Anomalien des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage sprechen eher gegen einen markanten Kälteeinbruch. Für den 1. bis 8. Juni zeigen die Modelle über weite Teile Mitteleuropas leicht positive Temperaturabweichungen. Vom 8. bis 15. Juni verstärkt sich das Signal in Deutschland in Richtung wärmer als üblich. Ab dem 15. Juni bleibt Deutschland demnach überwiegend im Bereich positiver Temperaturabweichungen.

Damit richtet sich der Blick zwar weiterhin auf die Frage, ob nach den noch einmal ein spürbarer Juni-Kälterückfall folgt, doch die aktuellen Wochenprognosen geben darauf keine deutliche Antwort in diese Richtung. Sie arbeiten mit Wahrscheinlichkeiten und Wochenabweichungen, nicht mit einem festen Tageswetter für einzelne Regionen. Wer sich bereits auf die nächste Kaltfront einstellt, findet in den Daten dafür derzeit wenig Unterstützung.

Das heißt nicht, dass der Frühsommer überall gleich verläuft. Einzelne kühlere Tage, frische Nächte und regionale Unterschiede bleiben möglich, auch wenn sie das Gesamtbild nicht prägen dürften. Eine klassische Schafskälte mit klar unterdurchschnittlichen Temperaturen ist nach heutigem Stand für Deutschland nicht das wahrscheinlichste Szenario. Wer die Entwicklung nach Pfingsten im Blick behalten will, sollte sich eher auf wechselhaftes, zwischendurch aber nicht zwingend kaltes Juniwetter einstellen, wie es in der Übersicht zu den Wetterlagen für den Frühsommer bereits angelegt ist.

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