Erlangen macht sich bereit für die 271. Bergkirchweih: Am 21. Mai 2026 soll der neue Oberbürgermeister Jörg Volleth um 17 Uhr das erste Fass anstechen, wenn das Volksfest bis zum 1. Juni auf den Kellern gefeiert wird. Für Volleth ist es Premiere. Er sagte, er hoffe, es mit zwei bis drei Schlägen zu schaffen.
Der Anstich wird damit auch zu einem kleinen Stimmungsstest für den CSU-Politiker, denn Anfang Mai ging der Versuch auf dem Striezi Keller komplett schief. Einige Tage später klappte es bei der Tucher-Bierprobe mit drei Schlägen. Volleth beschreibt den Erlanger Berg als ein „schönes, familiäres“ und „vor allem friedliches Fest“.
Auf dem Gelände stehen in diesem Jahr zwölf Festwirte und rund neunzig Schausteller bereit. Über dem Festgelände dreht sich ein neues Riesenrad: Der Eye Catcher ist 55 Meter hoch und hat 42 Kabinen. Auch beim Bier rechnen die Besucher mit stabilen Preisen. Im vergangenen Jahr kostete die Maß je nach Keller im Schnitt 14 Euro, und auch diesmal soll der Preis nicht steigen.
Die Bergkirchweih wird auf den Kellern gefeiert, und gerade das Feiern im Freien gilt als ihr besonderes Merkmal. Für die Organisatoren ist aber nicht nur der Berg selbst wichtig, sondern auch das Drumherum in der Stadt nach dem Zapfenstreich, der sogenannte After-Berg. Dort entscheidet sich oft, wie friedlich ein Festabend wirklich endet.
Deshalb setzt die Stadt auch auf klare Regeln. Die Gleichstellungsstelle der Stadt Erlangen veröffentlichte eine schwarze Liste mit zwölf Songs, die wegen sexistischer und frauenfeindlicher Inhalte nicht gespielt werden sollen. Darunter sind auch „Layla“ und das „Donaulied“. Damit soll eine respektvolle Atmosphäre gesichert werden, bevor die ersten Maßkrüge überhaupt gehoben sind.
Auf dem Berg selbst sind Polizei, Bayerisches Rotes Kreuz, Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e. V. und Sicherheitsdienste präsent. Für dringende Momente gibt es zudem einen übertragbaren Pinkelpass für fünf Euro mit zehn Toilettengängen. Und außerhalb des Berggeländes betreibt der Frauennotruf Erlangen einen Safe Space für Frauen und Mädchen; Mitarbeitende laufen regelmäßig über das Gelände und sind bei Problemen ansprechbar. Die Botschaft ist klar: Die Bergkirchweih soll groß bleiben, aber kontrolliert genug, dass sie ihren Ruf als friedliches Fest behält.

