Der Buckelwal Timmy liegt tot nahe der dänischen Insel Anholt, und die Behörden wollen den Kadaver nun bergen. Erst danach soll eine Obduktion möglich werden. Das Tier war am 2. Mai 2026 am Morgen in der Skagerrak-Region in die Nordsee freigelassen worden, doch Experten gehen inzwischen davon aus, dass Timmy schon seit mehr als einer Woche tot ist.
Die dänische Umweltbehörde sagte, der Wal liege an einem gut besuchten Strand im flachen Wasser. Genau dort werde der Kadaver voraussichtlich Badegäste und Anwohner stark stören. Nach Angaben der Behörde kann das Tier auch daraufhin untersucht werden, ob sich noch Netzreste im Maul befinden. Für die Behörden ist das eine Frage der Beseitigung, für Beobachter längst auch eine Frage des Umgangs mit einem toten Tier, das zum Schauobjekt geworden ist.
Das Deutsche Meeresmuseum teilte mit, äußere Verletzungen seien nicht mehr klar erkennbar, weil der Buckelwal schon seit einiger Zeit tot sei. Eine Analyse der Organe sei inzwischen kaum noch möglich. Die Identifizierung des Tieres sei nach Angaben von Dr. Kirsten Tönnies außerdem noch nicht vollständig abgeschlossen. Damit bleibt offen, in welchem Zustand Timmy zuletzt tatsächlich war, obwohl die meisten Anzeichen längst auf einen langen Todeszeitraum hindeuten.
Dass der Wal auf dem Strand nicht nur als Fall für Fachleute gesehen wird, zeigte sich auch an einem Vorfall vor Ort. Ein Däne kletterte auf den Kadaver und posierte für Fotos. „Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich die Gelegenheit, auf einen Wal zu klettern“, sagte er. Auf die Kritik an dem Verhalten antwortete er: „Es ist ein totes Tier. Ist es heilig? Nein!“ Solche Bilder haben die Debatte um Timmy verschärft, die schon begann, als Meeresforscher und andere Experten vor einem Rettungsversuch gewarnt hatten.
Diese Warnungen lösten Kritik aus, einige Fachleute wurden nach Angaben aus dem Umfeld sogar bedroht oder beleidigt. Nun steht weniger die Frage nach einem spektakulären Strandmoment im Mittelpunkt als die Bergung selbst. Eine private Initiative ist bereits auf eigene Kosten vor Ort und will die Insel am Dienstag wieder verlassen. Bis dahin bleibt der tote Wal ein unübersehbarer Störfaktor an einem Strand, an dem sich die Lage für Behörden und Besucher gleichermaßen zugespitzt hat.

