Die Lehrergewerkschaft traf sich mit der Exekutivdirektorin von SLEP Santiago Centro, Paulina Retamales, und brachte eine Reihe offener Konflikte auf den Tisch: befristete Verträge, ausstehende Titularitätsbeschlüsse und ein harter Schnitt bei den Infrastrukturmitteln. Mario Aguilar Arévalo sagte nach dem Gespräch, es gebe Lehrkräfte, die nur bis Juni angestellt worden seien, und nannte diese Vertragsform „absolut illegal“.
Der Vorwurf kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Lage an den Schulen bereits angespannt ist. Nach Angaben der Gewerkschaft war die gefundene Lösung nur teilweise für Lehrkräfte im Studienplan wirksam. Auch Lehrkräfte in PIE-Programmen sowie jene, die über das Ley SEP finanziert werden, müssten einbezogen werden, sagte Aguilar. Es sei nicht zulässig, die Verträge nur für einige Lehrkräfte zu regeln und andere außen vor zu lassen; jeder Fall werde einzeln geprüft.
Im selben Gespräch stellte Aguilar die Umsetzung des Ley de Titularidad Docente zur Sprache, das seit dem 21. Februar gilt. Er sagte, es gebe Fälle von Lehrkräften, die bereits titular wurden, aber die gesetzlich vorgesehene Resolution noch immer nicht erhalten hätten. Nach dem Gesetz sollte dieses Dokument im Monat nach Erhalt der Titularität vorliegen. Das sei im Februar bei einer ersten Gruppe und im März bei einer zweiten Gruppe nicht geschehen.
Nach Darstellung des Gewerkschaftschefs erklärte die Direktorin, man sei „etwas überfordert“ und die Resolutionen würden im Juli fertig sein. Für die Gewerkschaft ist das zu spät. Sie verlangte, die Frist deutlich zu verkürzen, weil die Verzögerung aus ihrer Sicht gegen das Gesetz verstößt und die Unsicherheit für die Betroffenen verlängert.
Auch bei der Infrastruktur sieht die Gewerkschaft die Lage als alarmierend an. Aguilar sagte: „hablamos la situación de infraestructura que nos preocupa“ und warnte vor einem brutalen Einschnitt bei den Mitteln. Fast 70% der Infrastrukturressourcen würden laut ihm von der DIPRES gekürzt. Das würde zu einer massiven Verschlechterung führen, obwohl die Bedingungen an den Schulen bereits jetzt sehr schlecht seien.
Hinzu kommen weitere ungelöste Probleme an einzelnen Standorten. Aguilar sprach von Fällen, in denen Versetzungsanträge von Lehrkräften unbeantwortet geblieben seien. Er verwies zudem auf Situationen von Autoritarismus durch Direktoren und Leitungsteams, die in einigen Schulen ein schlechtes Klima erzeugten. Nach seinen Angaben könnte SLEP Räumlichkeiten zur Verfügung stellen, um cabildos gegen Gewalt abzuhalten.
Die Gewerkschaft will die offenen Punkte nun weiter auf kommunaler Ebene verfolgen. Die comunal board werde an diesen Themen weiterarbeiten, während die nationale Führung prüfen werde, ob die getroffenen Vereinbarungen auch tatsächlich umgesetzt werden. Für SLEP Santiago Centro bleibt damit vor allem die Frage, ob aus den zugesagten Lösungen rechtzeitig verbindliche Entscheidungen werden.
