Im Block-Prozess am Hamburger Landgericht hat am Mittwoch eine der wichtigsten Zeuginnen ausgesagt. Die 51-jährige Israelin belastete dabei vor allem Eugen Block und den Familienanwalt der Blocks. Sie saß keinen Meter von Christina Block entfernt, als sie zum ersten Mal seit der Entführung wieder auf die Unternehmerin traf.
Die Zeugin hatte für eine israelische Sicherheitsfirma gearbeitet und schilderte, sie und das spätere Entführungsteam seien vom Familienanwalt der Blocks angeheuert worden. Zunächst sei es darum gegangen, Informationen über das Leben der Kinder beim Vater in Dänemark zu sammeln. Der Ex-Mann von Christina Block hatte die beiden Kinder nach einem Besuchswochenende bei sich behalten und jeden Kontakt zur Familie verhindert. Im Laufe der Zeit habe Eugen Block immer größeren Druck gemacht, dass die Kinder zurückgeholt werden sollten. Der Familienanwalt habe dann immer vehementer von der Sicherheitsfirma verlangt, die Kinder zurückzuholen.
Die Frau sagte nicht ausdrücklich, ob Christina Block eingeweiht war. Sie meinte aber, Christina Block habe ihr vor jener Silvesternacht eine Tasche mit Sachen der Kinder übergeben. Christina Block bestreitet, vom Entführungsplan gewusst zu haben. Für die Staatsanwaltschaft ist die Zeugin eine Beschuldigte. Für ihre Aussage in Hamburg wurde ihr sicheres Geleit zugesagt, damit sie trotz der Ermittlungen frei sprechen konnte.
Der Fall dreht sich um die Entführung der Block-Kinder an Silvester 2023 in Dänemark und wird seit dem 11. Juli vor Gericht verhandelt. Der Prozess war zuletzt durch den Iran-Krieg ausgebremst worden. Am Mittwoch kam nach der Aussage zusätzlich Bewegung in den Saal: Die Cousine von Christina Block brach emotional aus. Sie ist wegen Beihilfe mitangeklagt und muss zusammen mit ihrem Mann seit Monaten an jedem Prozesstag persönlich erscheinen.
Das Gericht lehnte ihren Antrag ab, von dieser Pflicht entbunden zu werden. Der Ex-Mann von Christina Block reagierte darauf sichtlich erfreut. Für die kommende Woche sind weitere Zeugen aus Israel per Video vernommen worden beziehungsweise sollen vernommen werden, während der mutmaßliche Fahrer der Entführung aus Israel nach Hamburg gereist ist. Nach der Aussage der Zeugin steht damit vor allem eines fester als zuvor: Der Block Prozess ist in seiner belastendsten Phase angekommen, weil erstmals eine zentrale Beteiligte die inneren Abläufe der Vorbereitung so direkt beschrieben hat.

