Die gescheiterte Rettung eines gestrandeteten Buckelwals vor der Ostseeinsel Poel soll nach Ansicht von Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus vor allem als Vorbereitung für künftige Einsätze dienen. Der rund 12 Meter lange Wal war Ende April in eine Barge gehoben, Anfang Mai in die Nordsee geschleppt und wieder freigelassen worden.
Backhaus verteidigte das Vorgehen am Donnerstag mit deutlichen Worten. Man habe bewiesen, was möglich sei, sagte er, und man habe jetzt ein System. Zugleich rechnet der Minister damit, dass es in der Ostsee künftig weitere Walstrandungen geben wird. Der Tierkörper war zuvor mehrfach gestrandet und wurde später tot nahe der dänischen Insel Anholt gefunden.
Der Fall hatte in der Fachwelt für Streit gesorgt. Wissenschaftler kritisierten die Rettungsaktion und argumentierten teils, das Tier solle sterben gelassen werden. Die tatsächliche Entwicklung folgte jedoch keinem sauberen Rettungsnarrativ: Noch bevor der Wal tot aufgefunden wurde, war der Versuch, ihn zu retten, bereits gescheitert. Genau daraus leitet Backhaus nun den praktischen Nutzen des Einsatzes ab.
Der politische Blick auf den Vorfall richtet sich damit weniger auf das einzelne Tier als auf die Frage, ob Küstenländer und Einsatzkräfte für ähnliche Lagen besser vorbereitet sind als zuvor. Nach dem Einsatz im Frühjahr steht für die Behörden vor allem die Lehre im Raum, dass ein Verfahren für solche Lagen nun existiert. Ob dieses System im Ernstfall Leben rettet, wird sich erst bei der nächsten Strandung zeigen.
Während Mecklenburg-Vorpommern die gescheiterte Bergung des Buckelwals als Erfahrungsschritt bewertet, ereignete sich am selben Tag in Niedersachsen ein tödlicher Unfall an einer Bahnstrecke. In Delmenhorst wurde ein 32 Jahre alter Radfahrer von einem Güterzug erfasst und getötet, nachdem er einen ungesicherten Bahnübergang überquert hatte, der nur für Fußgänger freigegeben war.
Zeugen berichteten, dass das Signal vor der Anfahrt des Zuges auf Rot stand und zusätzlich ein Warnton zu hören war. Die Strecke wurde nach dem Unfall vorübergehend gesperrt. Für die Ermittler bleibt damit neben dem tödlichen Zusammenstoß vor allem die Frage, wie es trotz der Warnsignale zu dem Unfall kommen konnte.

