Mauro Lustrinelli ist mit 50 Jahren plötzlich ein Name, der bis in die Bundesliga reicht. Nach dem Aufstieg mit FC Thun und dem anschließenden Schweizer Meistertitel mit dem Neuling wird der Coach nun mit mehreren deutschen Vereinen in Verbindung gebracht.
Zu den möglichen Zielen gehört Borussia Mönchengladbach, falls Eugen Polanski nach der Saison nicht gehalten wird. Auch Union Berlin wird genannt; laut bild.de gilt Christian Eichner dort als Favorit, weil er Karlsruher SC am Saisonende verlassen soll. Ein weiterer Bericht führt zudem Eintracht Frankfurt, FC Augsburg, St. Pauli und VfL Wolfsburg unter den Klubs auf, die sich mit Lustrinelli beschäftigt haben oder dies derzeit tun. Insgesamt sollen es sechs Bundesliga-Vereine sein.
Der 50-Jährige hat in Thun allerdings einen Vertrag bis 2028. Genau das macht die Diskussion bemerkenswert: Der Klub hat ihn langfristig gebunden, während sein Name nun bei mehreren Erstligisten auftaucht. Die sportliche Bilanz erklärt den neuen Marktwert. Lustrinelli führte Thun erst in die höchste Spielklasse und holte dann gleich als Außenseiter den Meistertitel – ein historischer Triumph, der seit 74 Jahren nicht gelungen war.
Die Gerüchte treffen auf eine klare öffentliche Haltung. Gegenüber dem Tagesanzeiger sagte Lustrinelli: „Ich kann nicht in die Zukunft schauen. Morgen kommt Real Madrid und braucht einen Trainer.“ Der Satz klingt wie ein Scherz, verweist aber auf das eigentliche Bild: Ein Trainer, der sich mit Thun gerade einen Platz in der Schweizer Fußballgeschichte gesichert hat, ist für größere Aufgaben plötzlich kein bloßer Mitläufer mehr im Markt.
Spannend ist dabei weniger, ob ein Wechsel sofort bevorsteht, sondern wie hart die Konkurrenz um seine Zukunft schon geworden ist. Dass gleich mehrere Bundesliga-Klubs seinen Namen prüfen, zeigt, wie weit sein Ruf inzwischen reicht. Für Thun bleibt damit die heikle Frage, ob der Verein einen Trainer mit Vertrag bis 2028 langfristig halten kann, wenn sich in Deutschland tatsächlich eine ernsthafte Tür öffnet.

