SV Oberbank Ried und der Pellets WAC kämpfen am Dienstag um 18.30 Uhr um einen Platz im Europacup-Play-off, und Ried geht als Sieger der Qualifikationsgruppe mit Heimvorteil ins Halbfinale. Der Tabellenzweite aus Wolfsberg liegt punktgleich hinter den Innviertlern, doch beide Mannschaften wissen, dass sie mit einem Sieg nur noch zwei Spiele von der europäischen Bühne entfernt sind.
Es ist ein Duell, das schon in der laufenden Saison kaum Raum für klare Favoriten lässt. WAC gewann von den vier direkten Begegnungen nur das jüngste 1:0, in der Qualifikationsgruppe trennten sich beide zunächst 0:0, während Ried in der Meisterschaft mit 2:1 daheim und 1:0 auswärts die Oberhand behielt. Die Gastgeber reisen zwar mit dem Wissen in das Spiel, dass sie ihr Saisonziel des Klassenerhalts bereits erfüllt haben, doch für den nächsten Schritt braucht es mehr als nur eine ordentliche Bilanz.
Thomas Silberberger sprach vor dem Spiel von einer coolen Herausforderung und von einem Bonusspiel nach einer sehr schwierigen Saison. Seine Mannschaft kommt mit Rückenwind nach Ried: 1:0 gegen GAK, 4:1 in Altach, 1:0 in Ried und 2:0 gegen WSG Tirol haben die Formkurve nach oben gezogen. Für den WAC ist das Halbfinale trotzdem kein Neuland, aber es ist eine Aufgabe mit bitterer Vorgeschichte. Als Siebter scheiterte der Klub 2023 mit 1:2 an Austria Lustenau und 2024 mit 1:2 an Wiener Austria, obwohl die Liga seit Einführung des neuen Formats in der Saison 2018/19 mehrfach gezeigt hat, dass in diesem ersten Play-off-Round nicht immer die besser platzierten Teams durchkommen. Der Siebte gewann die Runde vier Mal, der Achte drei Mal; im Vorjahr setzte sich etwa der siebtplatzierte LASK mit 2:0 gegen Hartberg durch.
Ried setzte am Montag noch ein Signal über den Sport hinaus und verlängerte den Vertrag von Ante Bajic bis 2030. Wolfgang Fiala nannte die Partie eine weitere Belohnung für die harte Arbeit der vergangenen Jahre von allen Beteiligten, und Bajic sprach von einer sehr guten Saison. Maximilian Senft betonte, dass sich Ried das Halbfinale um Europa über zehn Monate erarbeitet habe und dass die Unterstützung der Fans viel Kraft gebe. Seine Mannschaft werde mit 100 Prozent Ried-Identität auftreten und sich auf dieses Highlight freuen. Das ist auch der eigentliche Kern dieses Spiels: Es geht nicht nur um ein Weiterkommen gegen Wolfsberg, sondern um die Frage, ob Ried seine Arbeit der vergangenen Monate nun mit dem Sprung in die finalen Spiele am Freitag und Montag gegen Rapid krönen kann.
Rapid beendete die Meistergruppe auf Rang fünf und wartet damit auf den Sieger eines Duells, das auf dem Papier offen ist und in der Praxis von Kleinigkeiten entschieden werden dürfte. Gerade weil die Tabelle eng war und beide Teams schon mehrfach gezeigt haben, wie schnell ein Spiel kippen kann, dürfte in Ried am Dienstag wenig Platz für Fehler bleiben.
