Julian Nagelsmann hat Oliver Baumann am Dienstag angerufen und ihm gesagt, dass er für die WM 2026 mit Manuel Neuer als deutscher Nummer eins plant. Für Baumann ist das die nächste harte Wende im Kampf um das Tor der Nationalmannschaft.
Baumann hatte erst nach dem Aus von Marc-André ter Stegen öffentlich als neue Nummer eins gegolten. Nun wurde er erneut zurückgestuft, bevor der Bundestrainer die Torwart-Hierarchie am Donnerstag in Frankfurt offiziell einordnen will.
Neuer ist seit 2024 eigentlich aus der Nationalmannschaft zurückgetreten. Der 39-Jährige hatte nach 124 Länderspielen und der Heim-EM Schluss gemacht, doch am Wochenende berichtete Sky, dass sich Neuer, Nagelsmann und Sportdirektor Rudi Völler bereits auf ein Comeback verständigt hätten. Nagelsmann selbst sagte dazu am Samstag im ZDF-Sportstudio nichts Konkretes.
Baumann reagierte am Samstag nach Hoffenheims 0:4 in Mönchengladbach zurückhaltend. „Das ist mein Stand, ich habe keine andere Info“, sagte der Keeper. Nach Angaben aus dem Umfeld bleibt er dennoch bereit für den WM-Kader. Dass diese Zusage nichts an seiner Lage ändert, zeigt der Zeitpunkt: Die Endrunde in den USA, Mexiko und Kanada läuft vom 11. Juni bis 19. Juli 2026, und die Entscheidung über die Nummer eins fällt jetzt.
Der Knackpunkt ist, dass Neuers Rückkehr nicht nur von Nagelsmanns Willen abhängt. Der frühere Münchner spielt derzeit mit Wadenproblemen, und ob er schon am Samstag im DFB-Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart auflaufen kann, ist offen. Trotzdem spricht vieles dafür, dass der Bundestrainer die Tür für den alten Stammkeeper weit aufstößt und Baumann damit zum zweiten Mal in kurzer Zeit hinter einem anderen Namen landet.
Für Baumann ist das mehr als eine kurze Delle. Erst rückte er nach ter Stegens Verletzung nach vorne, jetzt droht ihm wieder der Platz hinter einem größeren Namen. Nagelsmann wird am Donnerstag erklären müssen, ob er damit nur einen Plan skizziert hat oder ob der Weg für Neuer schon feststeht.

