Lea Wagner wird trotz ihrer Schwangerschaft bei der Fußball-WM vor der Kamera stehen. Die 31-Jährige moderiert während des Turniers im Sportschau-Studio in Köln, obwohl sie im März öffentlich gemacht hatte, dass sie ihr erstes Kind erwartet.
Für Wagner ist das kein Kraftakt, sondern ein vertrauter Arbeitsalltag. „Sehr gut. Ich fühle mich absolut tiefenentspannt“, sagte sie mit Blick auf die Schwangerschaft. Viel habe sie im privaten Alltag nicht umstellen müssen: „Es gab im Grunde nichts, was ich umstellen musste.“ Nur beim Essen müsse sie während der Schwangerschaft aufpassen.
Die WM beginnt in etwa drei Wochen in den USA, Kanada und Mexiko. Dass Wagner dann weiter im Fernsehen präsent sein wird, hat Gewicht, weil sie längst fest zum Sportteam von ARD und SWR gehört. Seit 2018 ist sie für verschiedene Sportsendungen im Einsatz, seit 2023 moderiert sie die Sportschau am Samstag.
Im März hatte Wagner öffentlich bekanntgegeben, dass sie ihr erstes Kind erwartet, eine Tochter. Sie ist verheiratet und wird das Baby nach Angaben aus ihrem Umfeld im Jahr 2026 bekommen. Auch mit Blick auf den Beruf denkt sie schon weiter. Sie habe mit anderen ARD-Kollegen über Schwangerschaft und den Weg zurück in den Job gesprochen, sagte sie. Eine Frage sei für sie besonders wichtig: wann eine Rückkehr zur Arbeit möglich sei.
Dabei geht es nicht nur um den nächsten Einsatz im Studio, sondern auch um die Zeit danach. Wagner überlegt bereits, wie sie ein Unterstützungsnetzwerk aufbauen kann, das sie auf Reisen begleiten könnte, damit sie ihr Kind mitnehmen kann. Beruflich sei weiterhin alles wunderbar, sagte sie. Genau darin liegt der bemerkenswerte Teil dieses Auftritts: Wagner plant ihre WM-Präsenz nicht trotz, sondern mitten in einer Schwangerschaft, die sie offen und ohne Drama öffentlich macht.
Lea Wagner ist die Tochter von David Wagner, der zwischen 2019 und 2020 den FC Schalke 04 trainierte. Für die Zuschauer in Köln dürfte das an den WM-Wochen kaum sichtbar sein. Für den deutschen Sportjournalismus ist es ein Signal: Eine etablierte Moderatorin bleibt im großen Turnier präsent, während sie zugleich den Übergang in ein neues Familienleben organisiert.
Was nach der WM folgt, ist für Wagner deshalb fast genauso wichtig wie das Turnier selbst. Sie denkt längst an den Moment, in dem sie wieder arbeiten kann, und an die Frage, wie sich ein Beruf mit Reisen und Live-Fernsehen mit einem Kind verbinden lässt. Ihre Antwort darauf ist noch nicht fertig – aber sie beginnt schon jetzt im Sportschau-Studio.

