Julian Nagelsmann wird am Donnerstag um 13 Uhr seinen Kader für die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko nominieren. Für Deutschland beginnt das Turnier am 2. Juni, und der Bundestrainer steht damit vor seiner ersten WM als Nationalcoach.
Die Personaldiskussion dreht sich vor allem um das Tor: Im ZDF-Sportstudio am Samstagabend gab Nagelsmann keine klare Antwort zur Besetzung zwischen Manuel Neuer und Oliver Baumann. Beide Namen bleiben damit im Raum, während der 38 Jahre alte Coach seine Auswahl für das Turnier vorbereitet.
Für die deutsche Mannschaft ist der Auftakt im kommenden Sommer mehr als ein Pflichttermin. Nach den Vorrunden-Ausfällen 2018 in Russland und 2022 in Katar ist die öffentliche Erwartung gedämpft, und Nagelsmann muss erst Vertrauen aufbauen. Der Text macht deutlich, dass seine Entscheidungen nicht nur sportlich tragen sollen, sondern auch ein Wir-Gefühl erzeugen müssen.
Deutschland trifft in der Gruppe auf Curacao, die Elfenbeinküste und Ecuador. Danach könnte ein Sechzehntelfinale warten und anschließend ein mögliches Achtelfinale gegen Frankreich oder Brasilien. Genau diese Konstellation zeigt, wie schnell aus einem soliden Start ein harter Turnierweg werden kann.
Der offenste Punkt bleibt vor der Nominierung die Torwartfrage. Nagelsmann hat sich am Samstag bewusst nicht festgelegt, und gerade diese Zurückhaltung passt zu einer Mannschaft, die nach zwei verpassten WMs erst wieder an den Anspruch herangeführt werden muss. Wenn der Kader am Donnerstag steht, beginnt für ihn nicht nur die Vorbereitung auf die USA, sondern auch der eigentliche Test seiner ersten Weltmeisterschaft.

