Elsa kommt im Sommer 1949 in Island an, als eine von knapp 300 jungen Frauen aus Deutschland, die dem Ruf der isländischen Bauernpartei gefolgt sind. Sie reist in ein Land aus Torfhäusern und Meer hinaus, doch der neue Anfang ist für sie von Trauer begleitet: Sie trauert um ihre Freundin Sola.
Das ist der Stoff von Katrin Zipses Roman „Moosland“, den WDR 4 am 17.05.2026 vorgestellt hat. Der Beitrag in der Sendung „Schneider am Sonntag“ lief um 9 Uhr, dauert 03:17 Min. und bleibt bis zum 17.05.2027 abrufbar. Das Buch erscheint im Dumont Verlag, hat 224 Seiten und kostet 24,00 €.
Der Roman greift eine fast vergessene Geschichte auf: junge Frauen aus Deutschland, die nach Island gingen und dort ein Leben zwischen Arbeit, Hoffnung und Fremdheit suchten. Viele von ihnen hatten in Deutschland nichts mehr zu verlieren. Zipses Figur Elsa steht genau an diesem Punkt zwischen Aufbruch und Verlust, und der Roman macht daraus keine Heimatidylle, sondern eine stille Geschichte über Überleben und Erinnerung.
Auf dem Hof ist auch von einer Tochter die Rede, die fehlt und über die niemand spricht. Diese Lücke gibt dem Buch seine Spannung. Denn während die Ankunft in Island nach Neubeginn klingt, bleibt im Haus etwas Unausgesprochenes zurück, das sich nicht mit Arbeit, Landschaft oder Schweigen überdecken lässt.
WDR 4 versteht seine Buchempfehlung als wöchentliche Leseanregung, und regelmäßig stellen Elke Heidenreich und Mike Altwicker neue Titel vor. „Moosland“ passt in diese Reihe, weil der Roman nicht nur eine historische Episode erzählt, sondern auch zeigt, wie lange ein verdrängter Verlust nachwirken kann. Wer heute nach einem Roman sucht, der eine ungewöhnliche historische Spur ernst nimmt, bekommt mit diesem Buch eine klare Empfehlung.

