Enzo Leopold will erst durchatmen, bevor er über seine Zukunft entscheidet. Der 25 Jahre alte Kapitän von Hannover 96 sagte am Sonntag nach dem Saisonende, er wolle sich nach der emotionalen Enttäuschung in Hannover erst einmal sammeln, obwohl Borussia Mönchengladbach ihn laut Sky im Blick hat.
„Darüber will ich jetzt nicht sprechen“, sagte Leopold mit Blick auf seine sportliche Zukunft. „Darüber werden wir uns in den nächsten Tagen Gedanken machen, auch mit dem Verein. Dann werden wir eine Entscheidung treffen.“ Für den Mittelfeldspieler ist das Thema offen, aber nicht drängend: Er betonte zugleich, dass ihm „96“ in den vergangenen vier Jahren „unfassbar ans Herz gewachsen“ sei und er genau wisse, was er dort habe.
Leopold steht nach einer Saison mit 120 Einsätzen, acht Toren und 17 Vorlagen bei Hannover vor dem Ende seines Vertrags. Damit könnte er den Club im Sommer ablösefrei verlassen. Sein Marktwert liegt bei 3 Millionen Euro. 2022 war er von SC Freiburg II nach Hannover gewechselt, ebenfalls ohne Ablöse, und hat sich dort zu einer festen Größe entwickelt.
Das Interesse aus Gladbach hat einen klaren sportlichen Hintergrund. Die Rheinländer suchen einen Ersatz für Rocco Reitz, der 23-Jährige soll für 20 Millionen Euro zu RB Leipzig wechseln. Neben Gladbach beobachten laut Sky auch weitere Bundesligisten und Klubs aus der Major League Soccer die Lage. Werder Bremen ist ebenso beteiligt wie Mainz 05.
Für Leopold spricht, dass er einen Wechsel innerhalb der Bundesliga bevorzugt. Gegen einen schnellen Abschied spricht aber die Enttäuschung über den verpassten Aufstieg. Hannover hatte am 34. Spieltag nach einem 3:3 gegen den 1. FC Nürnberg den vierten Platz bestätigt und damit die Rückkehr in die Bundesliga verpasst. Leopold sagte über die Saison: „Dieses Jahr war noch mal unfassbar.“
Der 25-Jährige beschrieb auch, warum er sich in Hannover so wohl fühlt. „Wir haben so eine geile Mannschaft auf den Platz bekommen, wir spielen Superfußball und haben die Fans hinter uns“, sagte er. „Es passt alles, um hier glücklich zu sein.“ Genau dieser Satz macht die Lage kompliziert: Hannover möchte seinen Kapitän halten, doch Leopold ist offen für den nächsten Schritt, und mehrere Klubs haben sich bereits positioniert.
Für Gladbach ist die Suche nach einem Nachfolger für Reitz dringend geworden, weil der Abgang des 23-Jährigen nach Leipzig als konkret gilt. Für Leopold ist dagegen noch nichts entschieden. Er will zuerst mit sich und dem Club klären, ob er nach vier Jahren in Hannover bleibt oder sich neu orientiert. Die nächsten Tage dürften zeigen, ob aus dem Interesse ein Transfer wird.

