Eintracht Frankfurt hat sich am Sonntagabend mit sofortiger Wirkung von Albert Riera getrennt. Der Club zog damit nach nur 104 Tagen und dreieinhalb Monaten die Reißleine und beendete die Zusammenarbeit mit dem 1. Februar verpflichteten Trainer noch vor dem eigentlichen Neustart.
Riera hatte Dino Toppmöller Anfang Februar ersetzt und die Mannschaft durch eine schwierige Phase geführt. Vereinschef Markus Krösche würdigte die Arbeit des Spaniers und seines Teams ausdrücklich. Riera habe die Mannschaft in einer heiklen Situation übernommen, sagte Krösche, und mit ihrer akribischen Arbeit wertvolle Impulse gegeben.
Der Zeitpunkt der Trennung war dennoch kaum überraschend. Eintracht hatte in der Saison 2025/26 am Ende die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb verpasst, zum ersten Mal seit sechs Jahren. Das letzte Spiel der Spielzeit endete 2:2 gegen den VfB Stuttgart, ein Abschluss, der die Unruhe eher vergrößerte als beruhigte.
Riera selbst beschrieb seinen Abschied als friedlich, aber schmerzlich. Er sagte, er sei traurig, weil seiner Ansicht nach nur 20 Prozent seiner Arbeit und seiner Möglichkeiten genutzt worden seien. Außerdem habe er keine Zeit, keine Vorbereitung und kein Mitspracherecht bei der Kaderplanung gehabt. Dennoch akzeptiere er die Entscheidung insgesamt.
Besonders deutlich wurde der 42-Jährige bei seinem Blick auf die sportliche Bilanz. „Ich kam als Achter und ging als Achter. Das ist nicht genug“, sagte Riera. Er erinnerte zudem daran, dass im Klub allen klar gewesen sei, dass es schwierig werden würde. Für ihn habe auch gegolten, den Verein und die Spieler schützen zu müssen; persönliche Interessen hätten dabei keine Rolle gespielt, und er würde nach eigener Aussage jederzeit wieder genauso handeln.
Die Trennung fiel auch deshalb so rasch, weil Riera im Vereinsumfeld kaum Rückhalt hatte. Seine kurze Amtszeit hinterließ damit nicht nur ein sportlich schwaches Ergebnis, sondern auch viele offene Fragen. Für Eintracht Frankfurt beginnt nun die Suche nach einem neuen Kurs, nachdem der Fehlstart unter Riera nur drei und eine halbe Monate dauerte.

