Günther Maria Halmer ist am 10. Mai im Alter von 83 Jahren gestorben. Der Schauspieler wurde einem breiten Publikum vor allem als Karl Tscharli Häusler in der BR-Serie „Münchner Geschichten“ bekannt, eine Rolle, die ihn seit 1974 begleitete.
Halmer war am 5. Januar 1943 in Rosenheim geboren worden. Er war der Sohn eines strengen und schlagenden Juristen, eine Herkunft, die er später auch in seiner Autobiografie „Fliegen kann jeder. Ansichten eines Widerborstigen“ von 2017 streifte. Zwischen 1967 und 1969 ließ er sich an der Falckenberg-Schule zum Schauspieler ausbilden, danach stand er am Residenztheater und an den Kammerspielen auf der Bühne. Schon 1970 war er bei der Premiere der neuen Fassung von Marieluise Fleißers „Pioniere in Ingolstadt“ am Residenztheater zu sehen.
Der Durchbruch im Fernsehen kam mit „Münchner Geschichten“. Als Tscharli prägte Halmer eine Figur, die mit rauem Ton und verletzlicher Sensibilität zugleich spielte. In der Serie fiel der Satz: „Weil des nix is – für einen Menschen mit einer empfindlichen Sensibilität – ein Gschäft – verstehst?“ Genau dieses Spannungsverhältnis machte ihn berühmt: ein Münchner mit Ecken und Kanten, aber ohne falsche Pose.
Halmer blieb danach über Jahrzehnte präsent, im Film ebenso wie im Fernsehen. 1982 spielte er in Richard Attenboroughs „Gandhi“ an der Seite von Ben Kingsley und Martin Sheen. Später war er auch mit Maximilian Schell und Omar Sharif zu sehen. Im deutschen Fernsehen gehörte er ab 1988 zur Reihe „Anwalt Abel“ und trat außerdem immer wieder in „Tatort“ und „Traumschiff“ auf.
Dass Halmer bis ins hohe Alter arbeiten wollte, zeigte sich noch im vergangenen Sommer. Er kehrte am Residenztheater in der Titelrolle von Franz Xaver Kroetz' neuer Fassung von „Brandner Kaspar“ zurück, konnte die Rolle aber aus gesundheitlichen Gründen nur zwölf Vorstellungen lang spielen. Für einen Mann, der auf Bühne, Leinwand und Bildschirm jahrzehntelang durchgehalten hatte, war das ein stiller Schlusspunkt. Halmer war leidenschaftlicher Golfer und Vater von zwei Söhnen. Mit seinem Tod verliert das deutsche Theater- und Fernsehpublikum einen Schauspieler, dessen bekannteste Figur längst zum Gedächtnis einer ganzen Generation gehört.

